Gelesen: Der Sinn des Reisens

Cover Der Sinn des Reisens
Reisen und Erlebnisse abseits von vollen Stränden und überlaufenen Touri-Hochburgen verspricht “Der Sinn des Reisens”

Vielleicht ist jetzt, da man kaum oder nur stark eingeschränkt reisen kann, genau die richtige Zeit, um über das Reisen generell nachzudenken. Was ist der Sinn des Reisens? Warum reisen wir überhaupt? Zum einen, um Familie und Freunde zu treffen, zum anderen um uns vom Alltag der Arbeit zu erholen. Mal was anderes sehen, der sprichwörtliche Tapetenwechsel. Doch häufig reisen wir vielleicht auch nur, weil wir es können – und es uns leisten können? Weil uns Billigflüge und Last-Minute-Angebote das Reisen günstiger erscheinen lassen, als es letztlich ist? Weil es chic ist und wir tolle Bilder für Instagram machen können? Ganz selbstkritisch sage ich für mich: ja, ich bin in der Vergangenheit häufig gereist, einfach weil ich es konnte. 

Während der Corona-Pandemie sind mir zwei einwöchige Reisen storniert worden, ein im Herbst geplanter Wochenendtrip wurde schon abgesagt, ein Kurztrip nach Riga im Sommer wackelt noch. Selbstverständlich sehe ich die Notwendigkeit, dieses Jahr das alles hinnehmen zu müssen, solange Corona nicht nachhaltig bekämpft wurde. Und ich kann mir gerade nur sehr schwer vorstellen, einen Strandurlaub mit Maske zu verbringen. Doch ich kann jeden verstehen, der vielleicht die letzten Monate mit Arbeit und Kindern zuhause in einer vielleicht zu kleinen Wohnung auf dem Zahnfleisch gegangen ist und jetzt dringend Urlaub braucht. Auch als Zeichen einer Normalität, dass das Leben doch irgendwie weitergeht. Allerdings kann das auch ein bisschen daneben gehen, wie Bettina festgestellt hat.

Ich habe in den letzten Wochen viel Zeit mit Spaziergängen verbracht und mittlerweile alle Naturschutzgebiete in der der näheren Umgebung meiner Wohnung besucht, die mich zugegeben in den letzten 13 Jahren nicht interessiert haben. Und ich habe viel gelesen, unter anderem Der Sinn des Reisens aus der Lonely Planet-Reihe. Genau, die Buchreihe, die „echte Geheimtipps“ auf der ganzen Welt einem Millionenpublikum zugänglich macht, sodass der Geheimtipp kurz nach Veröffentlichung des Buchs dann keiner mehr ist. 

Worum es in „Der Sinn des Reisens“ geht

In dem Buch geht um Erfahrungen, die man nicht jederzeit auf einer Pauschalreise sammeln kann, sondern die so einzigartig sein sollen, dass sie das Potenzial haben, das eigene Leben zu verändern. Den Anfang machen dabei ein paar Tipps, die allgemein gültig sind. Zum Beispiel die vollen Strände Italiens in der Hauptsaison meiden. Und während Flugreisen zunehmend verpönt sind, sind Nachtzugfahrten wieder in Mode gekommen. Kein Wunder, dass die Autoren einige Strecken vorstellen.

Buch Der Sinn des Reisens
Hoffen wir, dass die hier vorgestellten Dörfer nicht auch bald überlaufen sind.

Ein bisschen widersprüchlich ist allerdings, dass immer darauf hingewiesen wird, dass man CO2 reduziert reisen soll, dem Leser dann aber die Übernachtung unterm Sternenhimmel der Wüste in Namibia empfohlen wird. Da kommt man tatsächlich recht schlecht mit dem Zug hin. Oder warum ist für den Schwarzwald im Kapitel „Frieden finden zwischen Bäumen“ der Flughafen Baden-Baden als wichtigster Zugangspunkt genannt? Es gibt dorthin schon in normalen Zeiten kaum Flüge – dafür eine sehr gute und klimafreundliche ICE-Anbindung in Baden-Baden.  

Im Wald nackt Trüffel jagen

Weiterhin kommt Trüffeljagd in Italien genauso vor wie die Möglichkeit, mehr über Falknerei in England zu lernen. Volunteering ist ein großes Thema und es wird sehr viel Wert auf Begegnung mit Einheimischen gelegt, zum Beispiel bei Abendessen und allerlei Aktivitäten. Was das Buch also wohl am meisten bietet, ist Inspiration. Statt einfach nur im Wald spazieren zu gehen, kann man ja Wald baden. Klingt besser. Oder eine Nacktwanderung machen. Oder ein Maid Café besuchen und sich von Charakteren aus Animes bedienen lassen – das gibt es vor allem in Japan, aber regelmäßig auch in Düsseldorf. Oder freiwillig in einer Elefanten-Reha mitarbeiten. Oder oder oder.

Im Urlaub für die Natur oder für andere Menschen etwas Gutes tun – auch Volunteering kann eine Art sein anders zu reisen.

Allerdings muss man für diese Erlebnisse nicht zwingend Individualurlaub machen. Einige kann man auch getrost während einer Pauschalreise genießen, sobald sie wieder möglich sind.

Fazit

„Der Sinn des Reises“ ist schön zum Schmökern und um sich Anregungen zu holen, wie man tatsächlich ganz anders reisen und dabei vieles erleben kann. Man muss sich allerdings auch darauf einlassen.

“Der Sinn des Reisens” kostet 26,90 Euro und kann über unseren Affiliate-Link bei Amazon bestellt werden. Dieses Buch habe ich kostenlos zur Rezension bekommen.

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