Frühstück im Café Green Park in Lodwar, Kenia

Frühstück im Green Park Café
Frühstück im Green Park Café

„Samosas now“ steht an der schweren dunkelbraunen Metalltür, die das Café Green Park in Lodwar von der Straße abschirmt. Drinnen sind bereits drei Plätze besetzt, als wir eintreten. Hinter uns liegt ein gut dreistündige Fahrt. Sie begann in Kakuma, einem stetig wachsenden Ort weiter im Norden Kenias. Die ersten 60 Kilometer legten wir mit unserem Fahrer recht schnell zurück, begleitet von einem zweiten Auto mit Sicherheitsmännern. Ohne sie hätten wir nicht durch die Nacht fahren dürfen. Zu groß ist die Gefahr, auf der Straße überfallen und ausgeraubt zu werden. Dieser Schutz sowie die Fahrt an sich sind im Vergleich zu den eher ärmlichen Lebensverhältnissen im Norden des Landes teuer.

Aber er scheint notwendig zu sein, denn für die zweiten 60 Kilometer braucht man gut zwei Stunden. Das Auto fährt also knapp 30 Kilometer in der Stunde, weil die Straße fast nur noch aus Löchern und Sandpiste besteht. Dort ist es ziemlich einfach, Reisende zu überfallen. Wir hatten jedoch Glück. Das einzig Spektakuläre was wir erlebten, war ein pupurfarbener Sonnenaufgang und zwei Kamele, die an uns vorbei trabten.

Wachsende Stadt

Guten Morgen Kenia
Guten Morgen Kenia

Das wir aber nachts um vier aufgestanden waren, kamen wir in Lodwar einigermaßen hungrig an. Der Ort ist ziemlich bedeutungslos. Selbst der aktuelle Lonely Planet widmet ihm nicht einmal eine Seite: Wer als Tourist auf dem kleinen Flughafen ankommt, will wahrscheinlich den Lake Turkana besichtigen. Allerdings benötigt man aufgrund der mangelnden touristischen Infrastruktur dazu eine große Portion Eigeninitiative.

Trotzdem gibt es in Lodwar einige Hotels und Cafés. Schon bei meinem ersten kurzen Aufenthalt in diesem Ort hatte ich hier ein typisches kenianisches Frühstück. Dieses Mal, im Café Green Park sieht es recht ähnlich aus: Ich bestelle ein Samosa. Das ist eine Teigtasche, gefüllt mit Erbsen und Zwiebeln und in diesem Fall einer feurig scharfen Chilischote. Außerdem habe ich ein Mandazi bestellt, das hier so ganz anders ist als in Kakuma. Dort sind sie klein und kompakt, manchmal geschmacksneutral oder eher süß. In Lodwar sind die Mandazi immer etwa handtellergroß und innen hohl. Dazu gibt’s einen Milchkaffee.

Auf zum Flughafen

Flug nach Nairobi
Flug nach Nairobi

Der Preis für unser Frühstück und das des Fahrers liegt insgesamt bei etwa sechs Euro. Wir wollen das Wechselgeld nicht zurück, aber Sam, der Fahrer besteht darauf. Die Bedienungen ignorieren ihn solange, bis er einfach aufsteht, zum Kassenhäuschen geht und sich dort die wenigen Centstücke in die Hand geben lässt. Wir vergessen ab und zu, dass für die Bevölkerung dort sehr wohl einen Wert hat, was uns unwichtig erscheint.

Vom Café Green Park bringt Sam uns direkt zum Flughafen. Ins Flughafengebäude dürfen wir noch nicht: Dort sitzen im Warteraum noch die Passagiere des Fluges, der vor unserem geht. Auf dem Flugfeld liegen zwei geschrottete Turbinen, nicht besonders vertrauenerweckend. Allerdings ist hier in Lodwar ein erstaunliches Kommen und gehen von Flugzeugen, so dass ich beschließe, nicht weiter darüber nachzudenken. Zum Flugzeug geht man übrigens quer über das Feld, Busse oder gar Finger gibt es hier natürlich nicht. Und auf die Treppe ins Flugzeuginnere darf man erst dann stehen, wenn der Passagier vor einem bereits im Flugzeug verschwunden ist. Dann hebt der Flieger ab und bringt uns zurück nach Nairobi.

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