Ey, Alter! – Vom Sein und Schein

Zwischen Bonn und Köln
Zwischen Bonn und Köln

In der Linie 18, irgendwo zwischen Bonn und Thielenbruch. Eine junge Frau, dunkle Haare zum Pferdeschwanz. Trägt schwarze Buntfaltenhose, ein helles Strickjäckchen. Die Lippen sind rot geschminkt, goldene Ohrringe angesteckt, einen Rosenstrauß auf dem Schoß. Auf dem Nachbarsitz hat sie ein Louis-Vuitton-Täschchen abgestellt, ob es echt ist, weiß ich nicht. Sie hat das Handy am Ohr, telefoniert offensichtlich mit ihrem Partner: Sie will an der Haltestelle abgeholt werden. Der Partner scheint das anders zu sehen. Nach einigem Hin- und Hergezicke brüllt sie ins Telefon:

Ey Alter, beweg deinen Arsch!

Daraufhin plötzliche Stille in der Bahn, Köpfe drehen sich in ihre Richtung, lautes Getuschel und Kichern. Tja. Man kann den anderen halt nur bis zur Stirn sehen.

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