Expedition Colonia: Drogenspürhunde am Flughafen Köln/Bonn

Mia hat Rauschgift gefunden
Mia hat Rauschgift gefunden

Nahezu bewegungslos liegt Mia auf dem Betonboden vor dem Köln-Bonner Flughafen. Gut so, denn das hat ihr Frauchen so befohlen. Mia ist eine dunkelhaarige Schäferhundmischung und arbeitet als Schutz- und Spürhund für den Zoll, ihr Frauchen ist dementsprechend eine Zollbeamtin. Sie hat ihr krauses, blondes Haar locker am Hinterkopf zusammengeknotet, trägt eine randlose Brille, eine dunkelgrüne Hose mit vielen Taschen, ein T-Shirt mit weißer Schrift auf dem Rücken: „Zoll“ – und am Gürtel eine Pistole.

Im Rahmen der Expedition Colonia, dem Stadtentdeckungsfestival, erklärt sie den rund 20 Besuchern, wie ein Hund zum Zoll kommt: „Viele sind Scheidungsopfer“, sagt sie. Also Hunde aus Familien, die sich trennen, und bei denen plötzlich keiner mehr die Zeit hat, sich um das Tier zu kümmern. Viele Hunde kämen auch von älteren Bürgern, die mit dem Tier überfordert seien. „Steht in der Anzeige, dass der Hund anstrengend ist oder den ganzen Tag Unterhaltung braucht, ist das für uns ein gutes Zeichen“, erklärt die Zollbeamtin. Denn dann sei das Tier verspielt genug, um zum Spürhund ausgebildet zu werden. Für Spürhunde ist ihr Beruf nämlich nichts anderes als ein Spiel: Sie suchen ihr Spielzeug, und wenn sie es finden, werden sie gelobt. Spielzeug, das kann beispielsweise Geld sein, Rauschgift oder Sprengstoff. Mia sucht nach Rauschgift. Theoretisch könnte ein Hund auch nach zweierlei suchen, „aber Sprengstoff und Drogen, das geht nicht. Denn sonst weiß der Beamte ja nicht, ob er das Entschärfungskommando kommen lassen oder das Päckchen auspacken soll, wenn der Hund anschlägt“, erklärt die Zöllnerin.

Wie die Hunde ausgebildet werden

Bevor ein Hund nach seinem Spielzeug suchen darf, muss er ausgebildet werden. Dazu gehen er und sein menschlicher Kollege gemeinsam durch eine Ausbildung. Der Hund hat eine Probezeit von sechs Wochen. Besteht er diese, wird er übernommen. Der älteste Hund in Köln/Bonn wird in diesem Jahr 13 und darf dann in Rente gehen. Das heißt, er bleibt künftig morgens zuhause, wenn sein Herrchen zum Dienst geht. Und er muss sich damit anfreunden, dass bald ein weiterer Hund einziehen wird, denn sein Herrchen braucht einen neuen Spürhund.

Zollhunde bekommen übrigens auch einen kleinen Lohn, etwa 130 Euro im Monat. „Das ist durchaus sinnvoll“, erklärt die Beamtin. „Denn die Hunde sind so etwas wie Supersportler, und sie brauchen schon ein etwas besseres Futter.“ Und das hat seinen Preis. Mit einer guten Ausbildung und dem richtigen Futter kann ein Spürhund mehrere Stunden am Tag arbeiten. Er braucht allerdings immer wieder kleine und ab und zu auch größere Pausen. Die zwölf Hunde am Flughafen in Köln werden sowohl beim Gepäck Reisender eingesetzt als auch bei der Luftfracht, die aus vielen Ländern im Rheinland ankommt.

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