Essen in China

Street-BBQ in Qingdao
Street-BBQ in Qingdao

Zugegeben: Es gibt hier eine Menge Dinge zu Essen, die ich nicht probiert habe. Beispielsweise Schweineohren oder Hühnerfüße. An einiges habe ich mich aber getraut: Grüne gefüllte Teigtaschen mit einer süßlichen braunen Füllung, die ich nicht definieren konnte. Gedünstete Lotusscheiben. Pilzsalat – und es waren keine Champignons. Spießchen mit Fisch, Fleisch und Gemüse vom Straßengrill, Grünteekuchen. Und viele Sachen, von denen ich einfach nicht weiß, was es war. Manche Dinge wie in einem Kloster in Hongkong habe ich probiert, aber nicht aufgegessen, wenn ich sie nicht lecker fand.

Manchmal haben wir auch westlich gegessen, wenn das Angebot da und der Hunger darauf groß war. Dabei kam es dann zu lustigen Begebenheiten. So wurde in einem Café in Shanghai Käsekuchen mit Cocktailtomaten gereicht. In China offensichtlich keine ungewöhnliche Kombination: Unsere Nachbarn beim Frühstück hatten Gurken, Paprika, Ananas und Melone auf dem Teller, garniert mit einem Spiegelei. Und im Flieger nach Hongkong gab es Gurken-Pfirsich-Salat mit Fleischwurst.

Gelegentlich machte uns die Nahrungsaufnahme auch ratlos. Ich konnte beispielsweise nicht herausfinden, wie ich den Tee korrekt trinke, wenn die Teeblätter in der Tasse schwimmen. Zu Beginn versuchte ich, ihn herauszuzuzzeln. Dann habe ich ihn einfach mit dem Suppenlöffel herausgefischt und zur Seite gelegt. Ein ewiges Rätsel wird auch der Besuch bei McDonald’s in Qingdao bleiben. Wir hatten auf der Straße Gutscheine geschenkt bekommen, und dachten, es sei praktisch, anhand der Bilder einen Burger mit Cola und einen Wrap mit Saft zu bestellen. Wir bekamen stattdessen drei große Getränke, drei Burger, frittierte Hähnchenstücke, eine Tasche mit Bananenfüllung und Fritten.

Interessant ist übrigens die Preisgestaltung beim Essen: Wir haben hervorragend für unter 5 Euro pro Person gegessen, in Beijing aber auch locker 37 Euro zu zweit gezahlt. Manchmal kosten zwei Hauptspeisen, zwei Vorspeisen, zwei Drinks in einem super-schönen Restaurant weniger als eine Suppe in einem Schnellrestaurant in einem Einkaufszentrum. Und ganz abgesehen von dem allem, gefällt mir beim chinesischen Essen am besten, dass man nicht auf eine Sache festgelegt ist: Man bestellt eher wie beim Spanier viele Kleinigkeiten, die alle am Tisch miteinander teilen. Dazu läuft dann manchmal der Buena Vista Social Club, der so gar nicht hierher passen will, oder US-amerikanische Weihnachtsmusik. Darauf ein Tsingtao! Prost!

Restaurant-Tipp: Im Shanghai Lao Lao, Shop B, Ground Floor, W Square, No 314-324 Henessy Road, Wanchai, Hongkong, hatten wir für wenig Geld ausgezeichnetes Essen. Wir waren am späten Nachmittag da und profitierten noch vom Business-Lunch-Angebot.

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Hallo! Sehr amüsant zu lesen! Vielleicht kann ich zur Aufklärung beitragen. Die süßlich braune Füllung hört sich nach Roter Bohnenpaste an. Tomaten gelten in China als Obst. Manchmal kann man die auch ganz süß als kandierte Früchte kaufen. Chinesischen Tee trinkt man erst dann, wenn die Blätter zum Boden der Tasse gesunken sind. Oder man pustet sie einfach vom Mund weg.
    Übrigens habe ich schon Schweineohren (sogar beim Chinesen in Hamburg!) und Hühnerfüsse gegessen. Kann man essen, muss aber nicht sein. Auch Hund und Qualle gehören zu den ortsüblichen Genüssen, die ich schon auf dem Teller hatte und gegessen habe. Nur bei Seegurke streike ich.
    LG
    Ulrike

    1. Prima! Danke Dir! In Hongkong hatten wir übrigens versehentlich geschmorte Rindersehne. Das war eigenwillig 😉

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