Eine kölsche Aquapower-Stunde auf Wangerooge

Schwimmbad
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Dienstagmorgen, halb acht. Eigentlich eine Zeit für gar nichts. Ich stehe aber mit 13 anderen bis zur Brust im lauwarmen Wasser. Das Becken hat schon bessere Zeiten gesehen, das Blau der Fliesen ist an einigen Stellen braun von ich weiß nicht was. Der Boden des Beckens ist höhenverstellbar, und Marc passt ihn an den Kleinsten in der Gruppe an: Er muss bequem stehen können, um beim Aquapowerkurs nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Marc ist unser Trainer auf Wangerooge während der Aktivwoche der BKK. Und Marc kommt aus Köln.

Während Glora Gaynors „I will survive“ aus der Hallenbeschallungsanlage tönt, ruft Marc:“Und jetzt die Hände zum Himmel!“. Die Rheinländer grinsen. „Mit beiden Armen winken von rechts nach links, so als ob der Zuch kütt!“, ruft Marc. Ich schreie versuchsweise einmal „Kölle“, und zu meiner Verwunderung antwortet ein vielstimmiges „Alaaf!“. Da sind sie, die Rheinländer. Von 13 Leuten kommen acht aus Leverkusen und ich aus Köln. Marc will es genauer wissen, ich sage „Ihrefeld“, da habe er auch einmal gewohnt, sagt er, aber nur drei Monate, dann sei er auf die Schäl Sick gezogen.

Ach, härrlisch!

Weiter im Programm:“Jetzt nur rechts winken, der Prinz kütt!“, ruft uns Marc zu. Bei der nächsten Übung werfen wir die Arme von der Brusthöhe nach oben. „Genau! Verteilt Bützje!“, lautet die Ansage, die die Norddeutschen unter uns mit fragendem Blick zurücklässt. Während ich darüber nachdenke, wie Aquapower wohl unterlegt mit kölsche Tön von den Höhnern oder Brings wäre, kommt die nächste Übung: „Fangt die Strüßjer!“, und wir recken uns alle mit greifender Geste nach oben. Härrlisch, ruft Marc, Ihr seid alle geborene Funkemarieche!

Dann wendet er sich einer Frau aus Leverkusen zu: „Du siehst sehr entspannt aus“, sagt er. „Denkst wohl ‚Wenn de Sonn schön schingk weed et Wedder widder wärm'“. Die Rheinländer lachen, die Norddeutschen sind irritiert. Härrlisch, ruft Marc nochmals und immer wieder, härrlisch seht ihr aus! Joot macht ihr dat! Und ich weiß wieder einmal, warum ich Köln und die Kölner liebe.

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