Dresden: Von wegen Informationsüberflutung

Screenshot Tripwolf
Screenshot Tripwolf

Natürlich wusste ich schon einige Wochen vorher, dass ich nach Dresden fliegen würde. Auch wenn es doof klingt: Ich kam einfach nicht dazu, die Reise vorzubereiten. Zwar hatte ich mir aus einem Geo-Saison Extra vor Monaten schon eine Seite herausgerissen. Aber als ich sie durchlas, stellte ich fest, dass ihr der Nutzwert fehlte. Auch mit anderen Informationsquellen hatte ich Pech. Eine Zusammenfassung.

Unter dem Artikel im Geo-Special ist ein QR-Code abgedruckt. So lade ich den Artikel als PDF auf mein Smartphone. Im Prinzip ganz praktisch, doch da dem Artikel Nutzwert wie beispielsweise Adressen fehlt, hilft er mir auch digital nicht weiter. Es soll auch eine interaktive Karte der Redaktion geben, aber unter dem angegebenen Link fand ich sie nicht. Nächste Anlaufadresse war die Dresdner Tourismusstelle im Netz. Auf der Seite gibt es zwar einige Hinweise, was man sich ansehen kann, und einen Stadtplan mit weiterführenden Informationen. Aber auch hier fehlte der Nutzwert: Ein Vorschlag für einen Spaziergang durch die Alt- und die Neustadt wäre beispielsweise nett. Andere Städte sind da deutlich weiter.

Dafür wird auf der Internetseite die Dresden-Card beworben. Was genau ich aber für meine 9,90 Euro für eine Tageskarte bekomme, bleibt ein Rätsel. Vergünstigungen an 90 Stellen heißt es, wo genau und in welcher Höhe wird jedoch nicht erklärt. Ich schaue bei den Dresdner Verkehrsbetrieben, was ein Ticket ohne Vergünstigungen kostet. Es ist deutlich günstiger. Allerdings erklärt sich mir nirgendwo, ob ich damit vom Flughafen in die Stadt fahren darf. Zu allem Überfluss sprechen die einen von Tarifzone 1, die anderen von Tarifzone Dresden, und ich frage mich: Sind die identisch?

Ich durchwühle das Internet, finde aber auf Anhieb nichts Brauchbares: In der App Flipboard geht es eigentlich nur um ein bevorstehende Fußballspiel und einen Blitzmarathon. Bei Radio Dresden berichtet man am frühen Morgen kurz vor meinem Aufenthalt dort von Menschenmengen vorm Apple-Store. Ich suchte nach einer Dresden-App und fand Tripwolf. Die App habe ich zwar lange schon auf meinen Geräten, aber wie so oft einfach vergessen. Rund fünf Euro soll der Premiumguide für die Stadt an der Elbe kosten, das ist es mir wert. Doch leider lädt er nicht. Ich versuche es drei Mal, vier Mal, dann schreibe ich eine Mail an den Support. Am frühen Morgen ist erfreulicherweise eine Antwort da, die jedoch nicht weiterhilft. Auch mit der zweiten kommen wir nicht weiter. Dann stellt sich heraus, dass die iPad-Version einen Bug hat, den der Support direkt an die zuständige Stelle weiterleitet. Auf dem iPhone funktioniert der Guide, das half mir jedoch nicht viel, weil mein Akku kaputt war und nicht lange hielt. Da kann jedoch Tripwolf nichts dafür. Immerhin konnte ich mir mithilfe der App die wichtigsten Sehenswürdigkeiten heraussuchen und abspeichern.

Tatsächlich leistet mir Tripwolf vor Ort gute Dienste, als ich am späten Nachmittag eineinhalb Stunden im Regen in Dresden unterwegs bin: Der integrierte Stadtplan mit Standortbestimmung weist mir gekonnt den Weg von der Straßenbahnhaltestelle durch einen nicht so schönen Teil Dresdens bis zum Zwinger und weiter durch die barocke Altstadt zurück zum Pirnaer Platz. Am Ende der Runde ist mein Akku allerdings leer. Den Preis für die App finde ich allerdings etwas zu hoch. Denn die Stadtspaziergänge haben leider nicht die übersichtliche Struktur eines Lonely Planets mit eingezeichneter Route im Stadtplan. Das hätte mir deutlich mehr geholfen, als viele andere Informationen zu Restaurants und Hotels. Aber wie gut ein Reiseführer oder eine App ist, erkennt man leider immer erst im Praxistest, nie im Vorfeld, und schon gar nicht in der Theorie. Trotz der mangelnden Informationen im Netz hat mir Dresden übrigens sehr gut gefallen.

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