Die 6 größten Fehler beim Reisen

In der Altstadt von Stavanger
In der Altstadt von Stavanger

Es gibt viele Arten, zu reisen. Ich möchte nicht behaupten, die eine Art sei richtig, die andere sei falsch. Vielmehr kommt es bei jedem darauf an, was für ihn persönlich die beste Art ist. Das hängt auch von den Umständen ab: Eine Familie mit kleinen Kindern wird anders verreisen als ein Single. Wer lieber Party feiert, anders als ein Kultur- und Geschichtsfreund. Über eine Sache sollte man sich jedoch immer bewusst sein: Es gibt nur wenige Formen des Reisens, die die Umwelt nicht irgendwie beeinträchtigen: Kreuzfahrtschiffe sind so laut, dass man sie in kleinen Orten überall hört, während sie im Hafen liegen. Und natürlich werden beim Autofahren und Fliegen Abgase in die Luft gepustet. Wandern, Fahrrad- und Zugfahren gelten dagegen als besonders umweltschonende Arten des Reisens. Von der Art der Fortbewegung und der Reise an sich abgesehen, kann man meines Erachtens trotzdem die immer gleichen Fehler machen:

Die größten Fehler beim Reisen sind aus meiner Sicht:

  1. Sich hinter den Zäunen eines All inclusive Clubs zu verstecken. Ich habe total Verständnis dafür, dass man eine Pauschalreise macht. Ich finde es auch verständlich, dass man all inclusive reist, weil damit alles bezahlt und organisiert ist. Trotzdem sollte man auch Ausflüge machen, um das Land oder die Stadt wirklich zu erleben, in dem oder der man sich befindet. Ich denke dabei allerdings nicht an organisierte Ausflüge, sondern an Unternehmungen auf eigener Faust. Damit reist man immerhin wenigstens ein bisschen fair: Von den Geldern, die in einen All inclusive Club fließen, profitieren nämlich die Wirtschaft eines Landes und seine Bewohner nur selten. Wer einen Ausflug macht, unterstützt dagegen Taxifahrer, Händler und Restaurants vor Ort – und erlebt etwas von dem Land, das in der Regel sehr anders sein wird, als es hinter All inclusive Mauern scheint.
    Am Ballermann
    Am Ballermann
  2. Landsmänner und -frauen suchen: Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als im Urlaub im Ausland mit Deutschem bei deutscher Musik und deutschem Bier zu feiern. Warum reist man dann ins Ausland? Ich denke dabei natürlich auch an Mallorca und den Ballermann. Wer in Urlaub fährt, will doch eigentlich Neues erleben. Dazu muss man sich allerdings auch auf die fremde Kultur, eine andere Sprache und fremde Speisen einlassen.
  3. Nur Dinge essen, die man kennt. Wenn man Allergiker ist, muss man natürlich ein bisschen aufpassen, was man isst – besonders dann, wenn man dem Namen oder dem Bild eines Gerichts nicht entnehmen kann, ob dort Nahrungsmittel enthalten sind, die man nicht verträgt. Hat man keine Allergien, sollte man aber den Mut aufbringen, auch Gerichte zu bestellen, unter denen man sich nichts vorstellen kann. Was soll schon passieren? Wenn’s nicht schmeckt, lässt man es stehen und holt sich etwas anderes. Dazu fallen mir die Rindersehnen ein, die wir in Hongkong versehentlich bestellt haben. Sie waren nicht ganz schrecklich, aber wir mochten sie nicht. Also haben wir etwas anderes bestellt.
  4. Armes und einfaches Leben als das einzig authentische in Schwellenländern wahrnehmen. Es gibt speziell unter jüngeren Reisenden die Annahme, dass in Schwellenländern nur derjenige authentisch reist, der auf der Straße isst und in überfüllten Bussen fährt. Natürlich sollte man das auch probieren. Man sollte aber nicht übersehen, dass es in vielen Ländern eine Mittelschicht und sogar reiche Leute gibt, in deren Realität sich auch ein Einblick lohnt. Beispielsweise schrieb mir einmal eine junge Frau, ich hätte Indien nicht verstanden, weil ich dort mit dem Airpass und nicht nur mit Bus und Zug gereist bin. Das ist natürlich Quatsch, denn in Indien reisen sehr viele Menschen mit dem Flugzeug. Und es ist spannend, den Unterschied zu Deutschland zu sehen. Speziell, wenn man nach Varanasi reist. Von dort bringen die Passagiere beispielsweise Kanister mit Gangeswasser im Handgepäck mit zurück. Wenn man es sich leisten kann, sollte man ruhig einmal in teureren Restaurants essen. Denn auch die Leute dort sind Teil der Gesellschaft, und es ist interessant, sie zu sehen. Beispielsweise waren wir in Lissabon im Sternerestaurant zur Mittagszeit. Wir haben dort beispielsweise festgestellt, dass die Lissabonner Business People viel besser angezogen sind, als die Deutschen. Und wir haben fantastisch gegessen. Logisch – das geht nur, wenn man es sich auch leisten kann.
  5. Andererseits empfehle ich auch allen wohlhabenden Touristen, vor Ort nicht nur Taxi zu fahren oder den Mietwagen zu nehmen, sondern auch mit Bus und Bahn zu fahren, und an einem Straßenstand zu essen. Das gehört eben auch dazu. Es kommt also auf die richtige Mischung an.
  6. Sich völlig zu verplanen. Oder gar nichts zu organisieren – beides sind Fehler. Denn wer sich völlig mit Museumsbesuchen und Besichtigungen verplant, wird keine Möglichkeit mehr haben, spontan auf Ereignisse zu reagieren. Und wer sich überhaupt nicht auf ein Land oder eine Stadt vorbereitet, verpasst möglicherweise das Beste. Ich finde übrigens, dass die Fremdenverkehrsämter da sehr gute Anlaufstellen sind, vor allem wenn sie digitale Produkte kostenlos anbieten.

Was ist aus deiner Sicht der größte Fehler beim Reisen? Ich freue mich auf deine Kommentare.

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