Der Star im Kartoffel-Hotel: Bratkartoffeln

Kartoffeln mit Fisch und Fleisch
Kartoffeln mit Fisch und Fleisch

Kartoffelauflauf mit Gemüse oder Käsesahnesoße, Kartoffelpüree mit Kürbis oder Lauch, Bratkartoffeln mit Speck oder Zwiebeln – gut 200 Rezepte rund um die Kartoffel kocht Andreas Schütze aus dem Kopf. Er ist seit viereinhalb Jahren Koch im 1. Deutschen Kartoffel-Hotel im niedersächsischen Wendland. Dort dreht sich, wie es der Name schon sagt, alles rund um die Knolle. Im Kartoffel-Restaurant gibt es dreimal die Woche Buffet: Kartoffel-Birnen-Auflauf mit Blauschimmelkäse oder lila Kartoffelschnitze mit Rosmarin sind bei meinem Besuch meine Favoriten. An Dienstagen ist die Wendländische Pellparty mit vielen Kartoffelsorten und Dips. Und samstags wird gegrillt: Neben Steak und Frikadellen kommt auch die Kartoffelbratwurst auf den Grill. Was nie auf dem Buffet steht, sind Bratkartoffeln, und dafür gibt es einen guten Grund:“Sie werden matschig, wenn sie lange stehen“, sagt Schütze. Darum bereitet er sie ganz frisch zu und geht anschließend mit der heißen Pfanne durch den Speisesaal. „Selten sagt ein Gast Nein, wenn er Bratkartoffeln noch brutzelnd angeboten bekommt“, weiß der Kartoffelspezialist.

Blauer Schwede und die Violetta

Im Winter verarbeitet er pro Monat 10 bis 20 Säcke à 12,5 Kilogramm, im Sommer sind es deutlich mehr. Kommt einem da die Kartoffel nicht manchmal zu den Ohren raus? „Niemals“, sagt Schütze. Und Ellen Lieske, seit 15 Jahren Restaurantleiterin und Vorkosterin, wie sie lachend ihren Job beschreibt, stimmt ihm zu: „Kartoffeln gehen immer.“ Manchmal habe man allerdings auch Gäste, die keine Kartoffeln mögen. Sie bekommen dann Reis, Gemüse oder – Kartoffelnudeln. Ich bedauere diese Gäste, denn im Kartoffelhotel bekommen sie die Chance, auch eher unbekannte Kartoffelsorten zu probieren: der blaue Schwede beispielsweise oder die Violetta, „die Urform der Kartoffel“, sagt Andreas Schütze. Ich esse sie mit Begeisterung, schließlich kenne ich sie aus Bolivien und bin immer etwas traurig, dass man sie in Deutschland so selten bekommt. Schütze weiß allerdings:“Die Gäste sind oft wegen der Farbe zurückhaltend.“

Im Kartoffel-Restaurant setzt man auf regionale Produkte, und gerade für die Kartoffel lautet darum auch der Tipp von Ellen Lieske:“Die Knollen vom Wochenmarkt schmecken besser als die aus dem Supermarkt.“ Die Princess mag sie besonders gern, aber auch die Ditta oder die Linda. Sie seien festkochend und leicht zu verarbeiten. Und speziell die Linda habe in ihrer dicken Schale viele Vitamine. „Wir schälen dies Kartoffel in der Regel nicht“, sagt Lieske. Mit Schale schmeckten sie besser – und die Nährstoffe bleiben erhalten. Jenseits von Bratkartoffeln, Kartoffelsuppen, Kartoffelaufläufen und Pellkartoffeln gibt es übrigens auch recht exotische Gerichte mit der Knolle. Schütze muss nicht lange nachdenken, welches Rezept das ausgefallenste in seinem Portfolio ist: Kartoffeleis, oder vielmehr ein Parfait, gewürzt mit Zimt, Früchten oder Zitrone. „Das kann man allerdings nicht auf Vorrat machen“, sagt Schütze. Es wird darum immer frisch zubereitet, nur auf Wunsch, und nur für Gruppen ab 20 Personen.

Wir haben im Rahmen einer Bloggeraktion kostenlos im Kartoffel-Hotel übernachtet und gegessen.

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