Das merkwürdige Draußen-Sitz-Verhalten der Kölner im Sommer

Auf der Venloer zwischen allem
Auf der Venloer zwischen allem

Kein Zweifel: der Sommer ist vorbei. Auch wenn die Sonne tagsüber noch wärmt, so ist es abends doch schon wieder recht kalt. Die Möglichkeiten, draußen zu sitzen, nehmen also ab. Wobei mich das oft zwanghafte Verhalten, im Sommer draußen sitzen zu müssen, speziell in Köln immer wieder irritiert. Natürlich gibt es schöne Flecken in Köln: der neue Rheinboulevard ist nicht schlecht, die Terrasse des Königsblut in Ehrenfeld finde ich wunderbar, der Aachener Weiher ist toll, im Rheinauhafen gibt es schöne Plätze oder auch am Eigelstein. Aber machen wir uns nichts vor: Wir leben in einer Großstadt. Auf den Hauptverkehrsstraßen ist es laut und es riecht nach Abgasen. Und trotzdem quetschen viele Gastronomen zwischen parkende Autos und abgestellte Fahrräder Tische und Stühle. Und die Kölner setzen sich dorthin und essen und trinken, als ob es keinen idyllerischen Flecken auf diesem Planeten gäbe. Erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht.

Falls wir in Köln jemals einen neuen Oberbürgermeister wählen sollten, wünsche ich mir von diesem auf jeden Fall, dass Kölns Innenstadt mehr Lebensqualität bekommt. Und dazu gehört aus meiner Sicht auch, dass weniger Autos die Straßen entlang heizen und die Bürgersteige zuparken. Dafür müssen natürlich die öffentlichen Verkehrsmittel, Carsharing und die Fahrradwege ausgebaut werden. Nur so kann man langfristig die Kölner davon überzeugen, dass sie nicht zwingend ein eigenes Auto benötigen – oder zumindest damit nicht ins Zentrum fahren müssen. Ich habe mein Auto übrigens vor fünf Jahren verkauft. Und ich habe es noch keinen einzigen Tag vermisst.

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