Argentinien: Über das Essen

Fleisch in El Calafate
Fleisch in El Calafate

Ich war lange nicht in einem Land, in dem es so schwierig ist, sich einigermaßen vernünftig zu ernähren. Zuletzt hatte ich das Problem in den USA. Hier in Argentinien gibt es zweifellos hervorragendes Fleisch. Aber das kann man auch nicht täglich essen. Insbesondere, da es im Regelfall mit Pommes gereicht wird. Oder mit Kartoffelbrei, rustikalen Kartoffeln, fritierten Süßkartoffeln oder Kartoffeln auf andere Art zubereitet. Die Alternative zum Fleisch heißt Pasta, was so verwunderlich nicht ist, da in Argentinien sehr viele Nachkommen von Italienern leben.

Aber: Nudeln kann man auch nicht immer essen. Klar, in Buenos Aires gibt es auch indische Restaurants oder Sushi – aber ich bin natürlich auch nicht hier, um asiatisch zu essen. Und außerhalb der Hauptstadt gibt es diese Alternativen sowieso nicht. Zwar kann man auch Salate bestellen, doch die sind wie von einer Einheitsspeisekarte immer die gleichen mit immer den gleichen Zutaten – sehr oft mit Rind, Huhn oder Thunfisch.

Kein Obst und Gemüse

Zweimal haben wir auch versucht, im Supermarkt Obst und Gemüse für zwischendurch zu kaufen: Das Angebot war eine Beleidigung fürs Auge, halb verwelkt und faul. Das ist mir wirklich ein Rätsel. Und wer im Restaurant als Beilage Gemüse bestellt, bekommt es vom Grill und in Öl schwimmend: Auberginen, Tomaten, Kartoffeln, selten Paprika. Die Gleichförmigkeit zieht sich auch bei den Snacks durch: Hamburger oder Sandwich – meistens so groß, dass sie eine volle Mahlzeit ersetzen. Dafür fällt das Frühstück in der Regel bescheiden aus: Toast, eine Scheibe Schinken, eine Scheibe Käse, Marmelade, Butter oder Dulce de Leche. In seltenen Fällen gibt es etwas Obst dazu, Cornflakes oder Joghurt. Dafür aber immer ein Teilchen oder ein kleines Crois-sant, Factura und Medialuna genannt. In diesem Punkt sind die Argentinier echt spitze: Ihre Ku-chen und Kekse sind erste Klasse, auch das Eis ist großartig – dank der italienischen Wurzeln. Alles in allem ist das argentinische Essen dementsprechend nicht dazu geeignet, an Gewicht zu verlie-ren.

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