Anuga: Food-Trends 2019 – von Hanfprodukten und Insekten

Anuga Trends 2019

Ich hab’s doch gewusst: Hanf ist ein absoluter Trend in den Küchen der Welt. Auf der Anuga, der größten Fachmesse für Lebensmittel und Getränke in der Kölnmesse, gibt es regelmäßig eine Innovation Show mit Schaukästen und spannenden, neuen Produkten. Und in diesem Jahr habe ich dort Hanflimonade, Hanfbrot und Hanf Ice Tea gefunden. Bingo. Was mir dort noch gefallen hat: Es gibt Ananas und Mango am Stiel, also bereits geschält und tiefgefroren. Im Sommer ist das bestimmt eine schöne Erfrischung. Toll finde ich außerdem die Unkrautsäfte, die Löwenzahn mit Birne oder Brennnessel mit Traube kombinieren. Probiert habe ich sie allerdings noch nicht. Die Getränke kommen übrigens aus Österreich. Dann gibt es noch Cashewgurt, eine Alternative zu Joghurt, die ganz lecker klingt. Und schön finde ich den tintenblauen Tinten Gin von Edelranz, der mit Botanicals von allen Kontinenten kombiniert wird. 

Top 10 Trends

Zusätzlich zur Innovation Show gibt es auch regelmäßige Vorträge auf der Anuga zu den Top 10 Trends in der Lebensmittelbranche. Um nur einige zu nennen:

  • Ballaststoffe sind wieder in. Und so war so sehr, dass selbst Coca Cola sie einer Sorte zusetzt – zumindest in Japan. 
  • Gesunde Snack Varianten sind angesagt – beispielsweise Shiitake Chips mit Meersalz. Ich finde ja, das klingt ein bisschen schräg. Aber vielleicht müsste ich es einfach mal probieren.
  • Personalisierte Lebensmittel liegen im Trend – und sie werden natürlich online bestellt, wo sonst. Ein typisches Beispiel sind die M&M mit Foto.
  • Dann sind Wohlfühlprodukte angesagt, die sowohl emotional als auch mental glücklich machen, und trotz eventuell erhöhter Kalorienzufuhr kein schlechtes Gewissen machen sollen. 
  • Kleine Unternehmen stehen bei den Kunden hoch im Kurs. Und zwar so hoch, dass selbst große Konzerne dort mit Finanzspritzen einsteigen. General Mills zum Beispiel, zu dem auch Häagen Dazs oder Nature Valley gehören, ist ein Geldgeber von Beyond Meat.
  • Ein typisches kleines und äußerst beliebtes Unternehmen ist Tony’s Chocolonely – und wer einmal ein Stück der niederländischen Schokolade gegessen hat, weiß auch, warum. Sie bezeichnet sich selbst übrigens nicht als Schokoladenfirma, sondern als „impact company that makes chocolate“. Auf dem Papier jeder Tafel Schokolade könnt Ihr übrigens sehen, woher die Zutaten dafür kommen.
  • Auch die Kunden spielen eine größere Rolle: Unternehmen verstehen zunehmend, dass der Trend, Lebensmittel und Essen irgendwo zu posten, nicht einfach so wieder verschwinden wird. Darum wollen sie ihn für sich nutzen und enger mit den Kunden zusammenarbeiten – zum Beispiel, wenn es um die Entwicklung neuer Geschmacksrichtungen geht. So ist beispielsweise das Oreo Cherry Cola Chocolate Sandwich entstanden.

Was ich auf der Anuga 2019 alles probiert habe

Es ist nicht möglich, über die Anuga zu gehen, und nichts zu probieren. Schließlich bekommt man überall Kleinigkeiten angeboten. Ich habe probiert:

Getränke auf der Anuga

  • Nix and Kix:  In den Getränken ist kein Zucker oder Süßstoff enthalten – dafür aber Chili. Nix and Kix wird in Großbritannien produziert, man findet es aber in Deutschland zum Beispiel beim Kaufhof und in einigen Rewe. Kerstin erzählt mir, dass die Getränke außerdem zum Beispiel in den Kantinen von Google, Twitter oder Facebook ausgeschenkt werden. Eine gute Ausgangssituation, um ein Hipster-Getränk zu werden. Nix and Kix gibt es in den Kombinationen Gurke – Minze, was in Deutschland sehr beliebt sein soll, und was ich übrigens auch sehr mag, weil die Mischung so erfrischend ist. Mango – Ingwer ist für mich ein absoluter Wachmacher: ziemlich scharf, nicht süß, aber lecker. Blutorange – Kurkuma und Wassermelone – Hibiscus ist beides etwas lieblicher, aber nicht mein Favorit.
  • Matcha von Kyoto Trading Germany ist biologisch angebaut. Ich bekomme ihn mit Milch und etwas Zucker gereicht – sehr lecker. Ihr könnt ihn im Matcha Café Wakaba in Little Tokyo in Düsseldorf probieren. Muss ich unbedingt mal vorbei gehen. 

Insekten-Snacks

Grillen auf der Anuga: Eiweiß-Riegel liegen im Trend
  • Dann schaue ich bei Eat Grub vorbei, das sind Bekannte von Kerstin von Nix and Kix. Sie bieten Grillen als gesunde, eiweißreiche Snacks an, und zwar in drei Geschmacksrichtungen: Smoky BBQ, Sweet Chilli and Lime und Peri Peri. Letzteres ist ziemlich scharf und mein Favorit. Neil von Eat Grub sagte mir, ihr Ziel sei es, mit den gewürzten Grillen künftig neben Beef Jerkey im Supermarkt zu hängen. Ich halte das für realistisch, würde im Moment aber noch eher zu den getrockneten Fleischstreifen als zu den Grillen greifen.
  • Wenige Meter weiter ist Sens mit ähnlichen Produkten. Hier setzt man darauf, dass Sportler sich eiweißreiche Lebensmittel wünschen. Darum gibt es beispielsweise Riegel, mit dem Geschmack von dunkler Schokolade und Sauerkirsche oder Ananas und Kokos, in denen Grillenmehl verarbeitet wurde. Zugegebenermaßen kann ich mich damit eher anfreunden als mit den gerösteten Grillen. Möglicherweise, weil ich nicht sehe, was ich da eigentlich esse.

Noch mehr Leckereien auf der Anuga

  • Bei Delikatesse aus Süditalien gibt es vor allem fertige Soßen, Mayonnaise, Marmelade oder eingelegtes Gemüse. Ich probiere die Schokoladen-Orangen-Crème – und sie schmeckt genauso, wie der Name klingt. Unfassbar lecker. 
  • Schließlich lerne ich noch The Beginnings aus Lettland kennen. Auch dort setzt man auf die gesunden Snacks und liegt somit voll im Trend. Die Kekse beispielsweise sind vegan und glutenfrei, Kokos – Ingwer hat sogar einen Preis gewonnen. Und als ich ihn probiere, verstehe ich, warum: Der Geschmack ist gut, die Konsistenz knackig. Der neueste Riegel, Mandel – Kakao ist deutlich weicher und schmeckt stark nach Schokolade, ebenfalls lecker.
  • Mulan Group sitzt ebenfalls in Italien und setzt auf Convinience Food – in nur drei Minuten sollen die Sojanudeln in der Pfanne fertig sein, tiefgefrorene Gerichte in etwa sechs Minuten in der Mikrowelle. Ich bin ehrlich gesagt kein Freund dieser Fertiggerichte. Aber die Sojanudeln, die ich probiere, sind wirklich gut.

Mein Fazit: Ein Bummel über die Anuga ist immer wieder aufregend. Ich bin gespannt, welche neuen Lebensmittel sich durchsetzen werden, welche bleiben – und wie sich die diesjährigen Trends weiterentwickeln werden. Werft hier einen Blick zurück auf die Anuga 2017.

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