Am Deutschen Eck in Koblenz

Altstadt Koblenz
Altstadt Koblenz

Es ist ein kalter Vorfrühlingstag, als ich bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel in Koblenz-Stadtmitte aus der Regionalbahn aussteige. Die Haltestelle besteht nur aus einem Bahnsteig und einem Schild, denn Koblenz-Stadtmitte ist nicht identisch mit dem Hauptbahnhof. Von der Haltestelle kommend geht man an der Herz-Jesu-Kirche vorbei, überquert die breite Löhrstraße und wendet sich schräg nach links. Dort beginnt die Fußgängerzone, die uns durch die Altstadt führt. Zwar ist diese seit 2002 Teil des Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintals, aber um ehrlich zu sein: Sie begeistert mich nicht. Das liegt erstens daran dass es Sonntagmorgen ist. Die engen Straßen sind leer, die Stadt wirkt ausgestorben. Zweitens weiß ich, dass die Altstadt im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Was wir sehen, ist also nicht wirklich alt. Aber das ist ja in den meisten Städten Deutschlands so. Drittens ist die schöne Altstadt entstellt durch die Lichtreklame der immer gleichen Läden in allen deutschen Fußgängerzonen. Ich verstehe nicht, warum das Stadtmanagement von Städten es zulässt, dass herrlich restaurierte Fassaden dadurch verunziert werden. Münster geht hier übrigens als leuchtendes Beispiel voran, und hat es geschafft, den großen Ketten dezente Schriftzüge zu verordnen, die die Stadtkulisse unterstreichen und nicht beschädigen.

Das Deutsche Eck in Koblenz
Das Deutsche Eck in Koblenz

Verlaufen kann man sich nicht

Was in Koblenz sehr gut ist: An jeder Straßenkreuzung gibt es Pfeile, die den Ortsfremden die Richtung weisen. Unser Ziel ist das Deutsche Eck, also der Punkt, an dem Rhein und Mosel zusammenfließen. Zusammenfluss, das heißt auf Latein Confluentia und daraus leitet sich auch der Name Koblenz ab. Das deutsche Eck sieht fast wie ein Schiffsbug aus – allerdings nur, wenn man die steilen Stufen zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal erklimmt und von oben darauf schaut. Hier ist der Blick viel besser als an der Landspitze selbst, an der sich die Touristen drängen. Das Denkmal wurde 1897 errichtet und 1945 zerstört. Seit 1953 galt es als Mahnmal der deutschen Einheit.

Wir folgen dem Flussufer weiter zur Koblenzer Hauptattraktion, der Seilbahn über den Rhein. Leider haben wir Pech: Wir sind just an dem Tag im Jahr da, an dem Sie gewartet wird. Zwar könnte man mit einem Bus zur Festung Ehrenbreitenstein auf der anderen Seite des Flusses fahren, doch das ist natürlich nicht dasselbe.

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Ein von Bettina Blass (@kuechenzuruf) gepostetes Foto am

Durch die Innenstadt

Etwas frustriert wenden wir uns darum wieder der Innenstadt zu. Nach wenigen Metern durch die Altstadt sehen wir eine geschwungene, weiße Fassade, sehr modern, die gar nicht so recht ins auf alt getrimmte Koblenz passen will. Es ist das Forum Confluentes. Im Inneren sind zwei Sehenswürdigkeiten: das Mittelrhein-Museum und das Romanticum, auf dem eine virtuelle Rheinfahrt möglich ist. Sicher sehenswert, aber uns lockt der blaue Himmel und die Sonne nach draußen. Nach einem schnellen Kaffee gehen wir darum weiter Richtung Schloss. Auch wenn es nicht so aussieht, aber es gibt ziemlich mittig im Gebäude eine Tür, die sich mittels Knopfdruck öffnen lässt. So kommt man recht schnell in den Schlossgarten, falls das Kaffee geschlossen hat, und muss nicht einmal außen herum gehen. Vom Schlossgarten erreicht man wieder das Flussufer und kann dort mit vielen andren Sonntagsspaziergängern flanieren. Dann führt uns der Weg zurück zur Haltestelle Koblenz-Stadtmitte und eine gute Stunde später sind wir mit der Regionalbahn wieder zurück in Köln.

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