Ein Abend mit der Biersommelière Johanna Röhrich in der Hallertau

Biersommelière Johanna Röhrich
Biersommelière Johanna Röhrich

Bayern ist berühmt für sein Bier. Kein Wunder, dass man bei jeder Bloggerreise nach Bayern eine andere Brauerei besichtigt. Zwar ist der Prozess des Biermachens immer derselbe, aber das Endprodukt schmeckt jedes Mal sehr anders. Bei meiner Bloggereise in die Hallertau wurde mir dies ganz besonders bewusst. Im größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt gibt es nämlich im Hopfenhotel eine Biersommelière: Johanna Röhrich. Sie hatte für uns sieben Biere zusammengestellt, und ich war überrascht, wie unterschiedlich sie schmeckten. Natürlich waren alle nach dem Reinheitsgebot gebraut worden. Bier, das nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde, nennt man übrigens Bierspezialität. In Köln habe ich einige Wochen nach der Verkostung versucht, diese sieben Biere zu bekommen, das war jedoch selbst mithilfe des Internet fast unmöglich.

Unsere Reise durch die Biergeschmäcksrichtungen begann mit etwas Theorie:

  1. hält sich Schaum länger, je kälter das Glas ist.
  2. muss dunkles Bier nicht kühlschrankkalt getrunken werden. Es darf gerne 12 bis 14 Grad haben, um sein Aroma zu entfalten.
  3. schenkt man Bier am besten aus einer waagerecht gehaltenen Flasche und mit Schwung ein, denn auch das erhält das Aroma.
  4. im Gegensatz zur Weinprobe muss man bei der Bierverkostung schlucken, Luft einsaugen muss man jedoch nicht, denn es ist schon Kohlensäure im Bier enthalten.
Die Bierverkostung beginnt mit hellem Bier
Die Bierverkostung beginnt mit hellem Bier

Um zwischen den Bieren die Geschmacksnerven zu neutralisieren, gab es Kartoffel-Bier-Brot und geräuchertes Malz, ein gern gegessener Snack in der Hallertau. Mit diesem Wissen begann unser Test von hellem zu dunklem Bier:

Altbayrisch Hell wurde vom World Beer Cup zum besten hellen Bier der Welt gewählt. Bei dieser Veranstaltung treffen sich 60 Biersommeliers aus der ganzen Welt und bewerten Biere.

Hallertauer Zuagroast. Die Brauerei gehört einem Deutschen, der auch in St. Louis in den USA eine Brauerei hat. Das Bier ist bernsteinfarben und nicht so bitter wie viele andere.

Mathilda Soleil ist das Jahrgangsbier 2015 von Schneider Weiße, gewidmet der einzigen Frau, die jemals das Unternehmen führte. Schneider Weiße ist in der siebten Generation ein Familienunternehmen. Mathilda soll den Doppelbock, ein Starkbier mit sieben Prozent erfunden haben. Mathilda Soleil wird gerne als Aperitif gereicht oder zu Gegrilltem und Süßspeisen.

Wildes Hirschbier ist das Hausbier des Hopfenhotels, das Johanna mit einem Brauer zusammen entwickelt hat. Es soll den Wald in seiner Geruchsvielfalt spiegeln und zu Wild besonders gut passen.

Weltenburger Kloster Barock dunkel (Werbelink zu Amazon) aus der ältesten Klosterbrauerei der Welt wurde bereits dreimal zum besten dunklen Bier der Welt gewählt. „Ein typisches Brotzeitbier“, sagt Biersommelière Johanna Röhrich.

Riedenburger Dolden Dark Porter (Werbelink zu Amazon), ein Bier, das früher die Hafenarbeiter tranken. Schmeckt zu Austern, Hirsch oder Ente und ist leicht schokoladig.

Maries Rendezvous (Werbelink zu Amazon) ist ebenfalls von Schneider Weiße – und mein absoluter Favorit. Es ist der ersten Frau Schneider gewidmet, das Jahresbier 2016 und hat 10,5 Prozent Alkohol. Wegen des hohen Alkoholgehalts hat es nur wenig Schaum. Mich erinnert es ehrlich gesagt mehr an Wein, als an Bier – und so sieht auch die Flasche aus.

Was macht eigentlich eine Biersommelière

Während ihrer Ausbildung hat Johanna Röhrich viel gelernt über die Geschichte und Herstellung des Bieres, über die Braustile, und auch darüber, wie man es verkostet. Bei ihrer Reise durch die Bierwelt testet man zwölf verschiedene Biere – „das ist das absolute Maximum“, sagt sie. Fahren darf danach niemand mehr. Im Restaurant Wilder Hirsch gibt es übrigens auch Menüs mit Bierbegleitung und eine Bierkarte mit 60 verschiedenen Bieren. Außerdem kann man in dem kleinen Bierladen im Hotelfoyer einige eher seltene Biere kaufen.


Biersommelière Johanne Röhrich über ihre Arbeit

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