Wandern auf Mallorca: An der Cala Agulla

Blick auf den Puig s'Agulla
Blick auf den Puig s’Agulla

Nein, ganz so einfach ist die Wanderung nicht: In unserem kleinen Wanderführer von First Sun Mallorca Hotels, den wir von der Tour Natur in Düsseldorf mitgenommen haben, stehen rund 20 Wanderwege im Osten Mallorcas, rund um Cala Rajada, grob gesagt. Wir haben uns eine 7,5 Kilometer lange Strecke ausgesucht, die von der Cala Agulla rund um den Puig de s’Agulla führt. Das heißt, sie beginnt am Sandstrand, und das Gehen dort ist anstrengend, wenn man bei jedem Schritt einsinkt. Später, auf dem Waldweg, liegen häufig Geröll oder auch größere Steine, so dass die Muskeln und Sehnen und der Gleichgewichtssinn ganz schön arbeiten müssen, um den Körper in Balance zu halten. Dafür gibt es keine langen und steilen Steigungen oder Gefälle.

Allerdings ist es nicht so einfach, den Einstieg zu finden. Im Reiseführer heißt es, die Wanderung beginne am Kreisel an der Cala Agulla. Unser Navi kennt diese Bucht nicht. Aber zufällig lese ich bei einer anderen Beschreibung, dass sie in Cala Rajada ist. Ich vergleiche also die Karte im Navi mit der bei der Wanderung, und da ist er, der Kreisel. Im Dezember bekommt man hier auch locker einen Parkplatz.

Laut Beschreibung soll man an der Cala Agulla entlang bis zur Cala Molto gehen und dann den Schildern folgen. Das Problem: Man muss schon etwas mutig sein, um am Ende der Cala Agulla weiter zu gehen. Dort steht nämlich ein Privathaus, und der schmale Weg, der weiter führt, ist sehr nah an diesem Haus, auf der linken Seite, man sieht ihn eigentlich nur, wenn man direkt davor steht. Geht man hindurch, ist rechts die Cala Molto, und einige Meter weiter geht ebenfalls rechts dieser Rundweg Nummer 8 los. Ausgeschildert ist er in rotbraun. Die Pfosten mit der Wanderkennzeichnung sind etwa kniehoch und können in der üppigen Begrünung der Baleareninsel schon einmal schwierig zu sehen sein.

Immer auf dem Weg bleiben

Grundsätzlich verfehlt man sie jedoch kaum. An einer Stelle haben wir einen Pfosten aber verpasst, und zwar als der Weg eine sehr scharfe Linkskurve nimmt. Wie leicht man dann einen Weg sehen kann, wo gar keiner ist, haben wir erst nach etwa zehn Minuten bemerkt, als wir so gar nicht mehr wussten, wie es weitergehen könnte. An dieser Stelle mussten wir außerdem über eine tote Ziege steigen, der einzig fiese Moment bei der Wanderung.

Wir nahmen jetzt Google Maps zur Hilfe und verglichen die Karte im Handy wieder mit der im Wanderführer: Eindeutig waren wir zu weit rechts von der Strecke. Also zurück. Und genau jetzt zeigte sich, wie schnell man sich einen Weg denkt, den es gar nicht gibt, denn es war gar nicht einfach, zur toten Ziege zurückzufinden, obwohl wir nur einige Meter von ihr entfernt waren.

Wir orientierten uns dann an bestimmten Ausblicken und Pflanzen, über die wir beim Hinweg gesprochen hatten, bis wir an eine Weggabelung kamen und feststellten, dass wir besser rechts gehen sollten. Keine 200 Meter weiter sahen wir die Beschilderung, die wir auf dem Hinweg verpasst hatten.

Wenn man diese Stelle hinter sich hat, wird es einfach: Der Weg führt durch den Wald, es riecht nach Süden, die Strecke ist gesäumt mit Büschen mit kleinen violetten Blüten, und man kommt an einigen ehemaligen Kalköfen vorbei. Kurz bevor es wieder bergab geht, hat man einen weiten Blick über eine grüne Wiese und bis zu den Bergen. Von unten trug der Wind das Läuten von Glöckchen zu uns hoch: eine Schafsherde auf der Weide.

Fazit: Schöner Weg, am späten Vormittag noch ziemlich leer. Erst beim Abstieg sind uns einige andere Wanderer und Reiter begegnet.

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