Unterwegs im Nationalpark Hainich in Thüringen

Hünenteich
Hünenteich

Ihr habt noch nie vom Hainich gehört? Das ging mir auch so. Dabei ist der Nationalpark ein ganz bezaubernder Platz: Der Wald ist nämlich UNESCO Weltnaturerbe und sein Ziel ist es, den Buchenwald zu schützen. Darum überlässt man ihn sich selbst, und so entsteht auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände der DDR ein mitteleuropäischer Urwald.

Wer am Parkplatz Fuchsfarm in Mülverstedt sein Auto abstellt, hat mehrere Rundwege zur Auswahl. Weil wir direkt am Rand des Hainich in den Hainichhöfen übernachtet haben, konnten wir gleich zwei Rundwege ausprobieren: Die knapp sechs Kilometer zum Hünenteich und zurück sind wir an einem späten Sommerabend gegangen. Der Weg führt durch die Bäume, manchmal auf schmalen Pfaden, oft ein bisschen bergauf. In der Mitte der Strecke überquert man eine Wiese und kommt auf den Germanischen Kultpfad. Dort stehen vorchristliche Heiligtümer, in der Regel Holzpfähle, die eine besondere Bedeutung haben sollen. Die kürzere Runde sind wir am nächsten Morgen gelaufen. Achtung: Obwohl sie nur knapp vier Kilometer lang ist, zieht sich diese Strecke schleichend etwa zwei Kilometer nach oben. Sie ist also trotz der Kürze ein bisschen anstrengend.

Auf dem Baumkronenpfad

Nur einige Kilometer entfernt ist außerdem der Baumkronenpfad. Hier steigt man zunächst viele Stufen hinauf bis zu einer Aussichtsplattform. Von diesem Turm aus gehen in verschiedene Richtungen zwei Rundwege in Höhe der Baumwipfel ab. Das ist ganz nett, allerdings finde ich den Pfad in Bad Wildbad schöner.

Vom Baumkronenpfad kommt man schnell nach Bad Langensalza. Der kleine Ort hat viele Themengärten – beispielsweise den Japanischen Garten, den Rosen- oder Apothekergarten. Ganz praktisch: Wer mehr als einen Garten sehen möchte, kann ein vergünstigtes Kombiticket kaufen. Außerdem gibt es einen zusätzlichen Rabatt, wenn man sein Baumkronenpfad-Eintrittsticket vom gleichen Tag vorzeigen kann. In Bad Langensalza ist außerdem die Altstadt sehr hübsch herausgeputzt.

Am Mittelpunkt Deutschlands

Nicht ganz so lieblich ist Mühlhausen. Dort gibt es zwar eine tolle Stadtmauer, und im Zentrum sind viele Häuser restauriert. Andere sind das jedoch nicht, und so liegt das Schöne oft sehr nah neben Zerfall. Außerdem stehen viele Läden und Häuser leer.

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Keine zehn Kilometer entfernt ist übrigens Niederdorla. Dort gibt es einen Stein, an dem die Mitte Deutschlands sein soll. Der Baum hinter dem Stein kommt übrigens aus NRW – er war ein Geschenk einer Gärtnerei. Von diesem Stein aus sind es nur noch wenige Meter am See entlang bis zum Eingang der Freilichtausstellung Opfermoor Vogtei. Eintrittskarten gibt es allerdings nur im Museum, das quasi entgegengesetzt hinter dem Stein liegt. Die Gebäude in der Freilichtausstellung sind eine Rekonstruktion, die verdeutlichen soll, wie man hier vor 2000 Jahren gelebt hat. Sicherlich steckt in den Gebäuden sehr viel Arbeit. Mir persönlich waren sie allerdings zu glatt und sauber. Ich glaube nicht, dass man vor 2000 Jahren die Möglichkeit hatte, so akkurate Wände, Böden und Dächer zu bauen. Das Freilichtmuseum in der Nähe des schottischen Aviemore wirkte da im Mai deutlich authentischer auf mich. Etwas überraschend fand ich außerdem, das im Inneren einiger Hütten Schlafsäcke und Decken lagen. Leider durfte man für gewerbliche Zwecke nur nach Rücksprache mit der Geschäftsführung Fotos machen. Ich habe darum darauf verzichtet.

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