Politisches Berlin: Reiseführer und Besuch der Ministerien

Politischer Reiseführer
Politischer Reiseführer

Rechtzeitiger kann ein Reiseführer kaum herauskommen: eine Woche bevor ich zur Internationalen Funkausstellung nach Berlin gefahren bin, sah ich zufällig in den sozialen Medien, dass die Bundeszentrale für politische Bildung einen neuen Reiseführer herausgebracht hat: Das politische Berlin. Der historische Stadtführer. Ich bestellte das Buch von Oliver Boyn sonntags, damit es rechtzeitig ankommt, hatte ich mich für den Expressversand entschieden. Am Dienstag lag es schon im Briefkasten. Perfekt.

Für Samstagnachmittag hatten wir noch keine Pläne und beschlossen darum, den Stadtführer zu testen: Wir suchten uns einen Ort in der Karte mit besonders vielen Sehenswürdigkeiten – und entschieden uns für die Straße Unter den Linden zwischen Friedrichstraße und Brandenburger Tor. Das ist zwar nicht besonders originell, weil wir da schon oft waren, aber um den Reiseführer und unsere Berlin-Kenntnisse zu überprüfen, passt es schon.

Zwar ist das ZDF-Hauptstadtstudio eher unauffällig. Aber weiter Richtung Brandenburger Tor folgen noch interessante Gebäude – beispielsweise des Deutschen Bundestages – ist mir bisher nie aufgefallen. Dann kommt das Willy Brandt Forum, das ich mir auch für Regentage aufhebe. Das Informationsbüro des Europäischen Parlaments habe ich auch noch nie gesehen. Die französische, britische, US-amerikanische und russische Botschaft kannte ich dagegen schon. Natürlich auch das Brandenburger Tor – allerdings wusste ich nicht, dass die Quadriga in einer Silvesternacht beschädigt wurde, als Bürger ihr zu nahe kamen. Also doch etwas gelernt.

Einige Wochen später, wieder in Berlin, schaue ich mir auf Empfehlung des Reiseführers die East Side Gallery an, also das mit Kunstwerken verzierte Stück Mauer zwischen Warschauer Brücke und Ostbahnhof. Außerdem gehen wir in die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Das Haus ist besser als Bendler-Block bekannt – spätestens seit dem Film mit Tom Cruise, Walkyrie, der auch dort gedreht wurde. Zugegeben: Es klingt langweilig – ist es aber nicht. Ich bin erst einmal über die Größe der Gedenkstätte erstaunt, dann darüber, wie viele internationale Besucher sich dort umsehen. Mir persönlich ist das Ganze ein bisschen zu textlastig, ich wünsche mir mehr kurze Erklärvideos wie in der Abteilung Jugend und Widerstand. Trotzdem: Wer sich für das Thema interessiert, wird dort jede Menge Informationen sammeln können.

Den Reiseführer könnt Ihr auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung bestellen. Lohnenswert sind übrigens auch Führungen durch die Gebäude des politischen Berlin.

Besucht doch mal unsere Ministerien

Dass man in der Hauptstadt in die Kuppel des Reichstags kann, wissen viele Berlin-Besucher. Nicht so bekannt ist, dass es spezielle Architekturführungen durchs Parlamentsviertel beziehungsweise durch einige Gebäude dort gibt. Ich finde sie absolut sehenswert. Das Gute daran: Die Führungen sind kostenlos – schließlich wurden die Gebäude, die man besucht mit Steuergeldern gebaut. Allerdings muss man sich vorher zu einer Führung anmelden – und viele sind lange im Voraus ausgebucht. Mehr Informationen gibt es beim Besucherdienst der Bundesregierung und beim Besucherdienst des Deutschen Bundestages.

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