Mit der U-Bahn auf Stadtrundfahrt durch Hamburg

Rundfahrt mit der U3
Rundfahrt mit der U3

Die Idee ist super: Während man mit der U3 in Hamburg unterwegs ist, bekommt man ein bisschen Stadtgeschichte aufs Ohr. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) bietet genau das an. Leider hatte ich diese Information Wochen vor meinem Hamburg-Besuch gelesen. Und das wurde ein kleines Problem. Es sollte nicht das einzige sein. So macht Ihr es besser.

Für mich war es schwierig, die Audiodateien zur Stadtrundfahrt mit der U3 im Internet zu finden: Egal, welche Kombinationen ich bei Google eingab, ich kam nie auf die richtige Seite. Erst als ich mich erinnerte, wo ich die Info gelesen hatte, kam ich an mein Ziel. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Auf der HVV Seite wählt man Service, dann Touristen und Neubürger und dann Audiotouren. Der HVV hat mehrere Audiotouren zur Auswahl: Blankenese, Harburg, Lüneburg – oder eben die Stadtrundfahrt mit der U3, von Barmbek nach Barmbek, unterwegs auf der ältesten U-Bahn-Strecke der Hansestadt.

Die Richtung macht’s

Da ich nur wenige Stunden haben werde, und es außerdem schon dunkel draußen ist, entscheide ich mich für diese U3-Strecke. Das Problem ist aber, dass ich die Audiodateien nicht direkt aufs Smartphone laden kann. Oder anders gesagt: Das kann ich schon, aber das bringt mir nichts, denn ich kann dort die gezippte Datei nicht öffnen. Also lade ich sie auf den Computer. Obwohl sie in meiner Musikbibliothek und auch auf dem Smartphone angezeigt werden, lassen sie sich nicht anhören. Das ist merkwürdig, denn normalerweise funktioniert die Synchronisierung problemlos. Nach einer Weile ist es mir zu dumm: Ich lade die einzelnen Dateien in meine Dropbox, und rufe sie später während der Fahrt von dort ab.

Mein Hotel liegt nicht weit von der U3, allerdings nicht bei der Haltestelle Barmbek, sondern Lübecker Tor. Dort steige ich in die nächste U3, die kommt. Ein Fehler! Denn jetzt fahre ich gegen die Richtung, die die Hörfolgen vorgeben. Das wäre im Prinzip egal – allerdings bauen manche Folgen aufeinander auf. Blöd, aber daran hatte ich nicht gedacht. Ein Blick auf den Tourplan hätte das verhindert. Ein weitere Folge meines falschen Einsteigens: Der Tipp, in Fahrtrichtung rechts zu sitzen, passt jetzt natürlich gar nicht. Ich muss links sitzen, und zwar gegen die Fahrtrichtung, um überhaupt etwas von dem zu sehen, was mir im Audioguide beschrieben wird. Dadurch, dass es ein später Dezembernachmittag ist, sehe ich allerdings auf den Teilen der Strecke, die oberirdisch verlaufen, sowieso nicht viel. Es ist zu dunkel. Und schließlich muss ich auch noch an der Saarlandstraße aussteigen und auf eine andere Bahn warten, um meine Fahrt fortsetzen zu können. Dort ist es nicht nur dunkel, sondern auch kalt.

Neue Erkenntnisse

Trotzdem hat mir die Tour Spaß gemacht. Denn jetzt weiß ich zum Beispiel, dass Hamburg seit 1986 Musical-Stadt ist. Und dass das Rathaus auf 4000 Eichenpfählen steht. Oder auch, dass die Sternschanze in Anlehnung an eine mittelalterliche Verteidigungsanlage ihren Namen bekam. Allerdings müssen einige Stellen der Audiotour aktualisiert werden: die Elbphilharmonie ist ja jetzt fertig. Und auch die Hafencity ist schon ziemlich weit.

Übrigens gibt es einen Audioguide auch für die Mittelrheinbahn zwischen Mainz und Köln.

Übernachten und Essen in Hamburg

Bei diesem kurzen Aufenthalt habe ich übrigens im Motel One Hamburg Alster übernachtet. Das ist mir persönlich ein bisschen ab vom Schuss. Dafür gibt es an der Bar über 40 Ginsorten aus aller Welt. Ich hatte Mombasa-Gin. Einige Meter Richtung Innenstadt auf der anderen Straßenseite ist ein asiatischer Schnellimbiss mit Sitzgelegenheit und sehr authentischem indischen Essen. Curry Lounge heißt er.

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