Mallorca: Wandern rund um Canyamel

Große, teure Häuser in Canyamel
Große, teure Häuser in Canyamel

Die Wanderung von Canyamel zur Costa dels Pins und zurück haben wir abgebrochen. Dass das ganz gut war, bemerkten wir jedoch erst viel später. Aber der Reihe nach: Den offiziellen Startpunkt für Wanderung 9 haben wir nicht gefunden. Wohl aber den Verkehrskreisel, der Canyamel von der in den Beschreibung genannten Siedlung trennt. Dort zu parken wäre zwar wahrscheinlich möglich gewesen. Doch wir waren uns unsicher und stellten darum das Auto in Canyamel ab. Von dort geht man zunächst an der Landstraße entlang in die besagte Siedlung, hält sich dann rechts und geht einfach so lange geradeaus, bis die Bebauung aufhört.

Das zieht sich ganz schön, ist aber auch interessant, denn man passiert viele große Häuser, die ziemlich teuer aussehen. Einige sind traumhaft, andere dezent versteckt hinter hohen Mauern. Im Dezember sind wenige Bewohner zuhause, dafür parken an vielen Stellen Handwerkerautos. Wer neugierige Blicke auf die Klingelschilder wirft, sieht dort überwiegend deutsche Namen.

Mit dem Ende der Bebauung ändert sich der Wanderweg schlagartig: Ein schmaler Pfad führt in den Wald, an einer besonders steilen Stelle zieht man sich an einem Seil nach oben. Dann gibt es eigentlich gar keinen Weg mehr, und man hangelt sich quasi von Wanderpflock zu Wanderpflock. Irgendwann kam der Punkt, an dem wir den nächsten Hinweis nicht mehr sahen. Das ist nicht verwunderlich, denn die Holzpfähle sind nur etwa kniehoch und im Gestrüpp leicht zu übersehen.

Zurück? Nach oben?

Da der Weg bisher nicht so bequem war, wollte ich ihn nur im Notfall zurückgehen. Mir erschien es sicherer, nach oben zum Berggipfel quer durchs Gebüsch zu gehen, denn dort irgendwo musste ja auch der Rückweg sein, der über den Bergrücken führen sollte. Also nach oben, teilweise auf allen Vieren.

Wo ist dieser verdammte Weg?
Wo ist dieser verdammte Weg?

Von oben hatten wir einen tollen Blick in alle Richtungen, aber überall ging es steil nach unten. Wir hatten keine andere Wahl, als quer durchs Dickicht zurückzugehen und zu versuchen, wieder auf den Weg zu gelangen. Wie durch ein Wunder hat das auch geklappt: Wir kamen genau an der Stelle auf den Weg zurück, an der wir ihn verlassen hatten. Absurderweise sahen wir jetzt auch den nächsten Pfahl, doch nach der Kletterpartie, die gut eine dreiviertel Stunde gedauert hatte, hatten wir beide keine Lust, die Runde zu beenden. Also machten wir uns auf den Rückweg. Eine weise Entscheidung, wie wir nun bald bemerken sollten. Und erfreulicherweise lange nicht so schwierig wie erwartet.

Ende gut, alles gut

Im Auto zeigte uns das Navi eher zufällig den Aussichtspunkt an der Costa dels Pins an, der eigentlich unser erstes Wanderziel gewesen wäre, bevor wir uns über den Berg auf den Rückweg machen sollten. Wir beschlossen, mit dem Auto dorthin zu fahren. Das war natürlich nicht auf direkter Strecke möglich, sondern nur mit einem Umweg von 17 Kilometern. Am Ziel die große Überraschung: Der Mirador wird restauriert und ist mit zwei Meter hohen Zäunen so abgesperrt, das man gar nicht dorthin konnte. Wären wir auf dem Wanderweg also weitergegangen, und aus der anderen Richtung gekommen, hätten wir hier irgendwann auf der anderen Seite dieser unüberwindbaren Zäune gestanden. Und zurück gemusst.

Aufgeben ist also manchmal durchaus die bessere Lösung.

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