Inselurlaub: Hitze auf Penang

Am Strand
Am Strand

Die Ventilatoren wirbeln Luft, aber kühlen nicht. Eine Frau wischt sich ständig mit dem Papiertuch das Gesicht. Eine andere fächelt sich mit einem Zettel eine Brise zu. Wir schauen unseren Eiswürfeln im Glas beim Schmelzen zu. Und inmitten all dieser Hitze, das Thermometer zeigt 33 Grad Celsius, steht auf einem Verkaufsstand ein Adventsgesteck mit vier roten Kerzen. Eins steht fest: Anzünden muss man sie nicht, damit sie schmelzen. Aber ob sie für 85 Ringgit oder knapp 16 Euro einen Käufer finden werden?

In Deutschland steht allerdings in der Zeitung, dass Malaysia wegen der Regenfälle zur Hälfte unter Wasser steht und viele tausend Menschen ihr Heim verloren haben. Das mag sein. Aber der Monsun ist auf die Ostküste beschränkt und auf malaiisch Borneo. Das hat zur Folge, dass auch die Einheimischen ihre Ferien, die jetzt begonnen haben, lieber im trockenen Westen verbringen. Das führt zu einer deutlichen Verknappung an freien Zimmern auf den Inseln. Auf Penang haben wir jedoch noch ein super-schönes Hotel gefunden, das aber leider jwd liegt. Also müssen wir ins Zentrum mit dem Taxi oder Bus fahren oder drei Kilometer zu Fuß gehen.

Tag 16: Busfahren auf Penang

Das Laufen wurde uns nach dem dritten Mal zu blöd. Also wollten wir mit dem Bus fahren. Die Busse sind nagelneu und tipptopp sauber. Merkwürdig ist aber, dass wir immer zwei Ringgit oder 40 Cent pro Person, also den Höchstpreis, zahlen müssen, egal wo wir einsteigen und wie weit wir fahren. Das ist bei den einheimischen Passagieren nicht so. Außerdem gibt es keine festgelegten Abfahrtszeiten. Die Busse fahren offensichtlich irgendwann los und kommen irgendwann an. Wenn sie fahren, dann allerdings höchst vorsichtig.

Es kann aber passieren, dass der Fahrer kurz aussteigt, und sich an einem Straßenstand Mittagessen holt oder zehn Minuten nach irgendwo verschwindet. Der Schlüssel bleibt dabei stecken, und der Motor läuft weiter.

In einen Bus, der mit laufendem Motor vor unserem Hotel stand, sind wir auch schon eingestiegen – als einzige Passagiere. Der Fahrer machte zunächst seinen Papierkram fertig, es sah nach Schichtende aus. Dann stieg er aus und spielte mit seinem Handy. Nach gut 20 Minuten saßen wir immer noch am gleichen Fleck. Weit und breit war kein anderer Fahrer zu sehen. Also stiegen wir wieder aus und nahmen dann doch ein Taxi. Kostet zum Glück ja nicht die Welt. (Jörg Düspohl)

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