In der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden

Es gibt in Deutschland einige schockierende Orte, an denen man sich mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen kann. Einer dieser Orte ist das EL-DE-Haus in Köln im Nationalsozialistischen Dokumentationszentrum. Das ehemalige Konzentrationslager Dachau ist ein weiterer dieser Orte. Oder die Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden. Hier war zu Zeiten der DDR ein Gefängnis, und das kann man heute besichtigen: ein Treppenhaus mit Gitterzaun, Zellen, in denen zwei oder drei einfache Holzpritschen stehen, kurze Geschichten an den Zellentüren über den Haftalltag der Gefangenen:

  • Beispielsweise sahen sie kein Tageslicht, da Fenster durch Glasbausteine ersetzt waren.
  • Sie durften in ihren Zellen nicht schreiben.
  • Sie hatten keine Intimsphäre, da sie 24 Stunden am Tag mit einem anderen Gefangen zusammen waren, selbst, wenn sie auf die Toilette mussten.
  • Alle fünf Minuten fand bei Tag eine Kontrolle statt, nachts jede Viertelstunde.
  • Zum Schlafen mussten die Hände auf die Bettdecke.

Es scheint unvorstellbar, was in Textform oder von Zeitzeugen in Videos über die Geschichte dieses Baus und der dort untergebrachten Menschen vermittelt wird. Und doch war es Realität für viele Bürger, manchmal sogar über lange Jahre. Ein trauriges Stück deutscher Geschichte zum Anfassen.

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