Gin-Tasting im Barfly in Köln-Nippes

Barfly in Köln
Barfly in Köln

Vom Gin-Wahnsinn spricht Barkeeper Hans im Barfly in Köln-Nippes, und er meint damit das ständig noch steigende Interesse an dem alkoholischen Getränk mit jahrhundertelanger Tradition. Ich gebe zu, dass auch ich von diesem Gin-Wahnsinn ergriffen bin, und zwar seit ich 2015 in Lissabon meinen ersten Gin-Tonic getrunken habe. Es ist übrigens nicht die erste Gin-Welle, die die Barwelt ergriffen hat: Schon im 18. Jahrhundert sei Gin sehr beliebt gewesen, dann erneut während der Prohibition in den USA, sagt Hans, denn das Getränk lässt sich recht einfach selbst herstellen.

Jetzt, in der dritten Welle des Gin-Wahnsinns, gibt es einen unüberschaubaren Markt sowohl an Gins als auch an Tonics. Neulich in Hamburg bot man mir im Motel One an der Alster eine 32-seitige Gin-Karte. Ich wählte Mombasa-Club-Gin (Werbe-Link zu Amazon), weil ich gerade aus Kenia zurück war. Auch im Barfly in Nippes hat man die Qual der Wahl: 65 unterschiedliche Sorten stehen zur Auswahl. Bei unserem probieren wir sieben davon, einige pur, zwei mit Tonic und zwei als Cocktail.

Wir sind nicht die einzigen, die zum Tasting gekommen sind, locker 20 Leute sitzen um die Tische und Tischchen, viele sind jung, einige Hipster mit Bart und Mütze. Wir gehören zu den ältesten, was ich schade finde, denn das Barfly ist mit seinen großen Lampen und den dunklen Möbeln ein ganz wunderbarer Ort.

Sieben Mal Gin, bitte!

Unsere Reise durch die Gin-Welt beginnt mit einem Gläschen Tanqueray, (Werbe-Link zu Amazon) zweifellos das stärkste Getränk des abends. Die Hersteller legen Wert darauf, nur Zutaten aus Großbritannien zu verwenden: Wacholder, Koriander und Angelikawurzel natürlich. Aber auch Süßholz. Der türkisfarbene Bombay Sapphire wirkt daraufhin fast geschmacklos. Im Unterschied zur farblosen Flasche sind hier übrigens zwei sogenannte Botanicals, also Pflanzenstoffe, mehr enthalten.

Den Hendrick’s (Werbe-Link zu Amazon) trinken wir mit Thomas Henry Tonic Water. (Werbe-Link zu Amazon) Er kommt übrigens aus Schottland, von einem Hersteller, der normalerweise Whiskey macht. Als nächstes gibt es einen Martini Dry mit Aviation (Werbe-Link zu Amazon) stilecht mit Olive, doch ich kann ihn nicht trinken, das ist mir zu herb. Umso mehr freuen sich meine Geschmacksnerven über einen erfrischenden, leicht süßen Gimlet mit Haymans Old Town und Roses Lime Juice. (Werbe-Link zu Amazon) Den Nordés (Werbe-Link zu Amazon) aus Spanien mag ich auch, er ist sehr blumig, aber nicht jedermanns Sache. Schließlich trinken wir noch einen Brockmans, der (Werbe-Link zu Amazon) zweifellos nach Beeren schmeckt, auch wenn er mit Fever Tree Mediteranean Tonic Water (Werbe-Link zu Amazon) verdünnt ist.

Was ich über Gin gelernt habe

  • Gin trinkt man bei Zimmertemperatur, damit sich die Aromen entfalten können.
  • In den USA und Großbritannien trinkt man ihn auch als Aperitif oder Digestiv – in Deutschland fast immer mit Tonic.
  • Die Qualität der Wacholderbeeren spiegelt sich im Preis des Getränks wieder.
  • London Dry entspricht in etwa dem deutschen Reinheitsgebot beim Bier
  • Man serviert Gin beispielsweise mit Gurke, Beeren, Lychees, Rosmarin, Lavendel, Zitrone oder Olive.

Welche Gin jetzt auf meiner Wunschliste stehen

Zwischen den Proben stellten Hans und sein Kollege Martin auch Gin-Sorten vor, die wir nicht probiert haben. Das hat leider zur Folge, dass ich jetzt eine große Wunschliste habe:

Wegen der großen Nachfrage gibt es übrigens im Barfly einen Zusatztermin am 10. Februar 2017.

Schreibt gerne in die Kommentare, welches Eure Favoriten sind!

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