Full English Breakfast

Frühstück in Marsh
Frühstück in Marsh

Zwei Würstchen, eine Handvoll Champignons, eine halbe Tomate, ein Spieglei und eine dicke Scheibe gebratenen Specks – so sah unser English Brakfast in England in unseren Hotels in Gloucester, Marsh und Cheltenham aus. In Gloucester kamen außerdem Bohnen dazu. Die sind aber nicht überall als Bestandteil des Frühstücks beliebt. In einigen Regionen gelten sie als zu US-amerikanisch. An allen drei Orten hatten wir außerdem die Wahl zwischen verschiedenen Frühstücksflocken, kombinieren ließ sich das mit Grapefruitspalten und in Marsh zusätzlich mit Backpflaumen. In Gloucester und Cheltenham gab es außerdem verschiedene Kaffeegetränke, in Marsh schwarzen Kaffee oder Tee. Und an allen drei Orten je ein Glas Orangensaft.

Hält den ganzen Tag

Dieses Frühstück hat einen gewaltigen Nachteil: Es macht unfassbar satt. Das aber ist gleichzeitig sein Vorteil: Man kommt damit locker durch den Tag. Es reicht völlig, mittags einen kleinen Snack zu sich zu nehmen, und dann abends eine etwas größere Mahlzeit zu essen. Das Ganze sei historisch bedingt, erklärt mir meine englische Freundin Karen: Vor einigen Jahrhunderten haben die Reichen so gezeigt, was auf Ihren Ländereien wächst und welche Menge an Fleischprodukten man erzeuge. Die ärmeren Schichten haben das Frühstück so übernommen, als sie in der Zeit der Industrialisierung lange und schwere Arbeitstage hatten. So starteten sie zumindest satt in den Tag und hielten bis zum Abend durch.

Übrigens isst keiner meiner englischen Freunde dieses Frühstück regelmäßig: Es mache dick oder zumindest zu satt, sind sie sich einig. Außerdem sei es unter der Woche zu aufwändig. Am Wochenende allerdings esse man es ab und zu, sagten sie mir. Ich für meinen Teil finde es mal ganz lecker. Aber auf Dauer wäre es mir zu eintönig.

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