Ein Tag im Geirangerfjord

Im Geirangerfjord
Im Geirangerfjord

Geiranger, das ist ein Wort, das bei allen Norwegen-Touristen die Augen glänzen und die Herzen höher schlagen lässt. Denn der Geirangerfjord, der zum Ort führt, ist UNESCO Weltnaturerbe und einer der schönsten Fjorde überhaupt. Der Ort mit seinen rund 300 Einwohnern ist nicht besonders erwähnenswert: Er ist klein, aber von Touristen überlaufen. Und er hat einen Hafen, in dem ein Kreuzfahrtschiff anlegen kann.

Die Reise durch den Geirangerfjord beginnt schon bald, nachdem man mit dem Schiff Alesund verlassen hat: Man fährt zurück Richtung offenes Meer, doch bevor man dieses erreicht, macht das Schiff einen scharfen Linksknick und fährt in den Fjord hinein. Rechts und links werden die Berge nun höher. Wir hatten uns vorgenommen, möglichst viel davon zu sehen, doch bei der Abfahrt in Alesund ist es kalt, und auf dem Wasser und mit Fahrtwind wird es nicht wärmer. Wir halten nur kurz aus, sehen dann aber zumindest ein bisschen etwas durch unser Kabinenfenster. Irgendwann nach 22 Uhr wird es tatsächlich etwas dunkel, die Lichter der kleinen Orte am Ufer glänzen jetzt wie verlorene Edelsteine. Als wir gegen halb sechs vom Tageslicht wieder geweckt werden, haben wir Geiranger schon fast erreicht.

Nach dem Frühstück laufen wir durch den noch stillen Ort. Es gibt einen Spazierweg über die Treppen am Wasserfall zum Nordisk Fjordcenter. Das hat aber leider um acht noch geschlossen. Dafür ist der Wasserfall ziemlich beeindruckend mit den Massen an gischtendem Nass, die hoch oben in den Bergen mit ihrem Sturz beginnen, um dann unten ins Hafenbecken zu laufen. Über die Hauptstraße gehen wir zurück in den Ort, vorbei an der kleinen Dorfkirche mit Friedhof. Von dort hat man ebenfalls einen sehr schönen Blick auf den Fjord – und man ist so früh am morgen ungestört.

Für den Mittag haben wir mit der Kreuzfahrtgesellschaft einen Ausflug zum Mount Dalsnibba gebucht – völlig unnötig, wie wir jetzt feststellen. Denn im Touristenbüro kann man ganz unbürokratisch Tickets für Ausflüge und Aktivitäten kaufen. Man hätte sie auch bereits online bestellen können und müsste sie am Tag selbst nur noch abholen. Der große Vorteil: Das ist viel billiger, als den Ausflug an Bord zu kaufen. Wir haben pro Person 109 US-Dollar bezahlt, das sind etwa 97 Euro. Wer den Ausflug vor Ort kauft, zahlt etwas mehr als 40 Euro. Geld, das man definitiv sparen kann.

Der Ausflug lohnt sich aber auf jeden Fall. Denn nachdem man etwa 30 Minuten über haarnadelenge Kurven auf den Berg gefahren ist, vorbei an Schneeflächen und Eisbrocken im Bergsee, erreicht man den Gipfel und hat von dort einen weiten Blick über die umliegenden Berge und hinunter in den Fjord.

Glücklicherweise hatten wir nach dem Ablegen des Boots und nun leider endgültig wieder auf dem Heimweg, noch einige Stunden die Möglichkeit, den Geirangerfjord von Deck aus zu besichtigen – natürlich umgeben von sehr vielen anderen Touristen. Egal. So gutes Wetter wie an unserem Besuchstag gab es wohl das ganze Jahr noch nicht, sagte man uns. Tja. Wenn Engel reisen.

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