Besuch auf der Cake and Bake in Dortmund

Mehr Torten
Mehr Torten

Ich gebe es offen zu: Ich kann nicht backen. Meine Kuchen sehen immer schrecklich aus, aber immerhin schmecken sie. Als es bei Groupon zwei Karten für die Cake and Bake in Dortmund für zehn Euro statt 24 Euro gab, habe ich darum nicht lange gezögert, sondern die Tickets gekauft. Vielleicht könnte ich dort etwas lernen, dachte ich.

Bei der Cake und Bake war ich erst einmal erschlagen von den vielen Besuchern. Die meisten waren weiblich, was mich nicht wirklich überrascht. Schon an der U-Bahn-Haltestelle Westfalenhallen kamen mir die ersten entgegen: Jede hatte mindestens eine Plastiktasche in der Hand, denn die Cake and Bake ist eine Verkaufsmesse. In den Hallen drängten sich die Besucher um die Stände, kauften Formen und Förmchen, Lebensmittelfarbe, Backbücher und Pinsel als ob es morgen nichts mehr gäbe. Mir war das Gewusel zu viel, ich kaufte nichts.

Ein Weltrekord!

Zwei Frauen boten mir auf einem Silbertablett etwas Bohnengroßes an, es war rosa gefärbt und mit Goldstaub verschönert. Ich steckte es in den Mund und stellte fest, dass es schrecklich hart war. Da ich um meine Zähne fürchtete, spuckte ich die Stücke hinter vorgehaltener Hand in ein Papiertaschentuch. Besser ließ sich der größte Cake Pop der Welt essen. Ein Cake Pop ist ein Kuchen-Lolli, also Kuchenbrösel, die mit Schokolade oder Zuckerguss gemischt und zu Kugeln geformt werden. Der Cake Pop auf der Messe wog über 53 Kilogramm. Bisher, so sagte man mir am Stand, lag der Rekord bei etwa 36 Kilogramm. Wie viel Zucker und Mehl in den Rührteig kamen, wissen Konditormeisterin Claudia Blatt und Dani von Dani’s Sweet Dreams zwar nicht mehr. Backexpertin Blatt hat auf ihrem Blog aber beschrieben, wie sie den Cake Pop gemacht haben. Auf der Cake and Bake verteilten sie ihren Weltrekordskuchen stückchenweise gegen eine Spende ans Publikum.

In der zweiten Halle standen die prämierten Torten. Ganze Meeres- und Küchenwelten haben die Bäcker hergestellt, eine schöner als die andere. Ich frage mich, wie viel Zeit man für solche Kunstwerke braucht und bin ganz sicher, dass ich sie niemals in eine Torte investieren werde. Viel zu schnell ist aus meiner pragmatischen Sicht das Kunstwerk kaputt und gegessen. Aber wie heißt es in Köln: Jeder Jeck es anders!

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