8 Orte, die beim Reisen mein Herz berührt haben

Zum Glück ist es mir bisher nicht passiert, dass ich einer Stadt, einer Region oder einem Land so gar nichts abgewinnen konnte. Es gibt durchaus Orte, die ich bereist habe, und die mich nicht umgehauen haben, aber dass ich dort gar nichts Schönes gefunden habe, das gab es noch nie. Miami und Florida mag ich zwar beispielsweise nicht, ist mir zu laut, zu künstlich. Auch mit Prag habe ich mich stellenweise schwer getan: Zu viele Touristen, zu viel Party. Aber sowohl in Florida als auch in Prag habe ich schöne Stellen gefunden. Die Spazierwege durch die Everglades in Florida sind auf jeden Fall einen Stopp wert, denn dort kommt man sehr nah an die Natur. Und auch in Prag gibt es sehr schöne Flecken, dann nämlich, wenn man sich aus der Innenstadt entfernt und zum Beispiel nach Vysehrad zur Zitadelle fährt.

Wenn ich aber meine Reisen reflektiere, stelle ich fest, es sind nur wenige Orte, die ich teilweise auch nach vielen Jahren noch sehr intensiv erinnere. Man könnte also sagen, sie haben auf ihre Art mein Herz berührt. Um solche Plätze geht es hier. Um die Highlights auf meinen Reisen. Allerdings kann es natürlich sein, dass sie ihren Charme im Laufe der Zeit verloren haben. An meiner Erinnerung an sie wird das jedoch nichts ändern:

Varanasi bei Sonnenaufgang
Varanasi bei Sonnenaufgang

Varanasi. Indien ist ein Land, das so fremd für uns West-Europäer ist. Ich habe dort viele Dinge erlebt, die mir im Gedächtnis geblieben sind, und nach meiner Rückkehr wollte ich viele Jahre nicht mehr dorthin. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert. Ich würde unfassbar gerne nochmals nach Indien und vor allem nach Varanasi fahren. Denn das war mit Abstand der verrückteste Ort, an dem ich je war. Die vielen bunten Tempel vom Ganges aus gesehen, die ewige Rauchfahne, die aus dem Krematorium aufsteigt, das 24 Stunden am Tag in Betrieb ist. In Varanasi verbrannt zu werden, das ist der größte Wunsch vieler Inder. Ein bizarrer Ort, an dem man an vielen Ecken übers Ohr gehauen wird. Und eine Stadt, die man auf keinen Fall versäumen sollte bei einer Indienreise.

Die Wasserfälle von Iguazu. Die Reise durch Argentinien gehört zu den tollsten Urlauben, die ich je gemacht habe. Ich finde dieses Land mit seiner Vielfalt und einer Natur von den Tropen bis zu den Eisbergen wunderbar. Ganz besonders sind mir aber die Iguazu-Wasserfälle im Gedächtnis geblieben, aus denen Wassermassen in die Tiefe fallen. Wasserfälle, die alles toppen, was ich bisher an stürzendem Wasser gesehen habe. Wir sind damals sowohl auf der argentinischen als auch auf der brasilianischen Seite der Wasserfälle entlang gegangen. Jede Kurve bietet neue Perspektiven. Und alle sind toll.

Der Big Bend National Park im Süden von Texas, auf der Grenze zu Mexiko. Dort sieht es so aus, wie die Landschaft in alten Wildwest-Filmen dargestellt wird. Wir sind dort zwar nicht viel gelaufen, aber durch den Park mit dem Auto gedüst. Und haben natürlich immer wieder angehalten. Dort war außer uns kein Mensch unterwegs. Und wenn wir ausstiegen, hörten wir eine fast greifbare Stille. Maximal ein leichter Windhauch im trockenen Gras.

Eine Dschungel-Führung in der Nähe von Banos in Ekuador. Das ist wirklich schon lange her, und ich hatte damals überhaupt keine Ahnung, was Dschungel bedeuten würde. Dementsprechend war ich nicht richtig ausgestattet und hatte außerdem zwei blöde, deutsche Männer in der Gruppe. Aber ich denke trotzdem gerne zurück an die zweigeschossige Holzhütte ohne Strom, in der wir unter Moskitonetzen mehr oder weniger unter freiem Himmel übernachtet haben. Wie hätte ich den Besitzern erklären sollen, was man als Onlinejournalist macht? Wer ohne Strom lebt, hatte zumindest damals noch keinen Internetzugang. Dafür hatten wir einen gigantischen Sternenhimmel nachts über uns. Dschungel-Touren konnte man in vielen kleinen Agenturen in Banos buchen. Ich denke, das wird sich nicht geändert haben.

Point Lobos, südlich von San Francisco, ist ein herrlicher Ort an der Küste. Auf schmalen Wegen kann man dort die Wellen beobachten – und die vielen Seelöwen, die sich auf den Felsbrocken im Wasser sonnen.

Die Ruinen in Palenque im Südosten Mexikos waren als ich dort war, noch lange nicht ganz ausgegraben. Man konnte sich als Indiana Jones fühlen, wie man dort durch den Dschungel streifte und immer wieder irgendwo weiße Steine und Tempel sah. Hinzu kam, dass ich fast alleine dort unterwegs war. Ein nahezu heiliges Gefühl.

Sa Pa im Norden Vietnams. Schon alleine die Anreise im Luxuszug ist erinnerungswürdig. Der Ort selbst lag in dickem Nebel, als wir ankamen. Umso unwirklicher erschienen uns die Bewohner in ihren speziellen Trachten und die terrassenförmigen Reisfelder, die plötzlich aus dem Nebelgrau auftauchten.

Wanderung in Sapa
Wanderung in Sapa

Trinidad auf Kuba. Erst einmal finde ich diese Stadt mit dem Kopfsteinpflaster und der Kirche, von deren Turm man einen so schönen Blick hat, ganz malerisch. Dann kommt hinzu, dass es auf der großen Treppe immer einen kühlen Drink und prima Live-Musik gab. Und weil Trinidad nah an der Küste liegt, erinnere ich mich auch noch an einen Hummer den wir bei Sonnenuntergang auf einer Dachterrasse aßen und bei meinem zweiten Besuch in dem Städtchen an einen Berg von Garnelen. Liebenswürdiges, kleines Städtchen.

Welche Orte haben Euer Herz berührt?

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