111 Orte – aus Köln in die ganze Welt

Meine 111er
Meine 111er

Nein, damit hatte beim Emons Verlag wirklich niemand gerechnet: „111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss, Band 1(affiliate Link. Beim deinem Einkauf über diesen Link bekomme ich einige Cent gutgeschrieben, ohne dass dir Mehrkosten entstehen) war zwei Wochen nach seinem Erscheinen ausverkauft. Also hat man eine zweite Auflage gedruckt – und auch sie war zwei Wochen später verkauft. Band 2 und die 111 Orte in Düsseldorf liefen ähnlich gut – und darum hat man die Idee ausgeweitet. Heute, so erfahren wir als Mitglieder der Kölner Journalistenvereinigung bei einem Pressegespräch in den neuen Verlagsräumen in der Cäcilienstraße, direkt um die Ecke vom Neumarkt, gibt es 140 Titel der 111er, wie sie im Verlag genannt werden. Längst hat man sich über die ganze Republik ausgedehnt, und auch über Europa hinaus gibt es 111er-Bände: New Dehli, New Orleans, San Francisco beispielsweise. Die Bücher sind auch längst nicht mehr nur auf deutsch, es gibt auch englische Bände wie 111 places in Rome that you must not miss und italienische: 111 luoghi di Vienna che devi proprio scoprire.

Auch inhaltlich bieten die 111er mehr als noch 2008: Es gibt 111 Geschäfte in verschiedenen Städten, die man erlebt haben muss, 111 Museen, Coffeeshops, Kneipen oder Restaurants – sowie 55 ½ Orte zum Oktoberfest, der Reeperbahn oder dem Stuttgarter Wasen. Der Verlag macht mit diesen Büchern, was er eigentlich schon immer macht: Bücher mit einem regionalen Bezug. Trotzdem wird er oft eher als Kriminalroman-Verlag wahrgenommen: Das liegt an den vielen Krimis, die Emons jährlich herausbringt. „Deutschlandweit sind wir auf Platz 98 im Ranking des Börsenvereins des deutschen Buchhandels“, sagen uns die Pressevertreter. Unter den Krimiverlagen sei man jedoch recht weit vorne mit dabei. Viele der Krimis haben, getreu dem Motto des Verlags, einen regionalen Bezug: Schwarzwald, Wolfsburg, Köln natürlich. Aber auch zu Mallorca, England und Österreich gibt es spezielle Krimis.

Rund 240 Titel bringt der Verlag mit seinen 26 festen Mitarbeitern im Jahr heraus, 10 bis 20 Prozent kommen von neuen Autoren. „Wir bekommen 70 bis 100 Textangebote pro Woche“, sagen uns die Pressevertreter. Trotz der vielen Einsendungen schaut man sich bei Emons jedes Manuskript an. Es könne Monate dauern, bis man eine Antwort bekomme, sagen sie, aber jeder Einsender bekomme eine. Ganz bestimmt.

Emons und die digitale Welt

Speziell im Krimibereich müsse man jedoch sehr scharf selektieren. „Viele Krimileser meinen, es sei leicht, ein spannendes Buch zu schreiben“, sagen die Experten. „Das ist es aber nicht. Hinzu kommt, dass es sehr viel Kriminalliteratur gibt. Um mit einem neuen Buch wahrgenommen zu werden, muss es sehr gut sein.“ Und das reicht nicht aus: Auch Werbeanzeigen sind heute nötiger als früher, die Zusammenarbeit mit Journalisten und Bloggern, und ja, auch der Einsatz von social media sei wichtig. Trotzdem sei das beste Kaufargument für den Kunden noch immer, wenn das Buch in der Buchhandlung ganz vorne auf einem der großen Tische ausgelegt wird.

Und das in Zeiten, in denen die Kaufzahlen von eBooks ständig steigen. Auch die Emons Bücher gibt es digital, selbst die 111er. Das war jedoch wegen des festen Layouts – eine Seite Bild, eine Seite Text – nicht ganz einfach umzusetzen. Über eine App für die 111er denke man dagegen nicht nach: „Die Entwicklungskosten sind hoch, die Preise, die man damit verdienen kann, eher niedrig“. Der Verkauf der eBooks macht bei Emons übrigens 5 bis 10 Prozent des Gesamtverkaufs aus.

Pünktlich zu Weihnachten gibt es natürlich ein neues Buch mit Kölnbezug: Farina – der Parfümeur von Köln. Logisch, in dem historischen Roman geht es um die Geschichte des Kölnisch Wassers. Und eine Leseprobe findet Ihr auf der Seite des Emons Verlags.

Kommentar verfassen